Bunker macht Krach

Sie findet's zu laut: Bunker-Anwohnerin Brigitte Hjörn. Foto: cvs

Anwohnerin beschwert sich über Arbeitslärm – der noch bis zum Sommer andauern soll

von Ch. v. Savigny

Für Brigitte Hjörn hörte es sich an wie ein „lautes Fauchen und Zischen“, was dort aus Richtung des Bunkers kam. „Es war unerträglich“, klagt die Anwohnerin des Rotenhäuser Damms. „Ein schrecklicher Lärm! Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Mir war richtig elend.“
Die 64-Jährige wohnt nur einen Steinwurf weit entfernt vom Wilhelmsburger Luftschutzbunker, der derzeit zum „Energiebunker“ umgebaut wird. Momentan laufen Arbeiten an den Außenwänden: Arbeiter rauhen die bis zu 2,5 Meter starke Betonhülle des ehemaligen Flakturms mit Sandstrahlgebläsen auf. „Das ist extrem laut und dreckig, aber es sind Arbeiten, die durchgeführt werden müssen“, erklärt Karsten Wessel, Projektleiter bei der Internationalen Bauausstellung (IBA), die für die Bunkersanierung zuständig ist. Hintergrund der Aktion: Später soll die Außenhaut des 40 Meter hohen Gebäudes mit einer zusätzlichen, neun Zentimeter dicken Betonschicht abgedichtet werden – auf einer glatten Oberfläche würde diese aber nicht halten. „Leider gibt es keine Alternative“, so Wessel. „Wir haben bereits die doppelte Folienabdeckung verwendet, aber ganz vermeiden kann man den Lärm nicht.“
Besonders ärgert sich Anwohnerin Hjörn darüber, dass sie erst vor drei Jahren auf die Elbinsel gezogen war. Die Reihenhauswohnung bezahlte sie von ihrem Ersparten. „Damals wusste ich nicht, dass Wilhelmsburg zur Großbaustelle wird“, schimpft sie. „Sonst hätte ich mir das anders überlegt.“ Dabei findet Hjörn ihren Stadtteil eigentlich sehr sympathisch und lebenswert. „Ich wollte hier meinen Lebensabend verbringen. Aber im Moment hat man nie seine Ruhe.“ Selbst die Nachbarn gingen nur noch mit Ohrenschützern vor die Tür.
Nach Auskunft der IBA wird es bis zum nächsten Sommer immer wieder Phasen geben, in denen die Sandstrahler zum Einsatz kommen. „Bevor es losgeht, informieren wir die Anwohner jedes Mal per Postwurfsendung“, berichtet Wessel. Zudem würden Infoveranstaltungen im Haus der Jugend angeboten.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.