Bundesregierung: Hafenquerspange (A26-Ost) hat keine "sehr hohe städtebauliche Wirkung".

Skizze: Geplante Straßenführung, soweit bis Juli 2016 bekannt. (Rothschuh auf openstreetmap)

Die Bundesregierung hat nach den Eingaben der Bürger*innen den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) korrigiert: Jetzt wird der A26-Ost keine städtebauliche Wirkung mehr zugesprochen. Damit zerfällt eine wesentliche Begründung für die Hafenquerspange

Die Hamburger Anmeldung zur Hafenquerspange hatte von der "Reduzierung der Lärm- und Schadstoffbelastungen und der Trennwirkungen in den innerstädtischen Wohnquartieren" geschwärmt und damit den Vermerk im Entwurf des BVWP bewirkt, die A26-Ost hätte eine "sehr hohe städtebauliche Wirkung". Dieser Vermerk ist jetzt im Beschluss der Bundesregierung vom 3.8.2016 ersatzlos gestrichen.
Die Autobahn soll Moorburg und den Wilhelmsburger Süden zerschneiden. Sie bringt Lärm und Abgase nicht nur in diese Stadtteile, sondern wegen ihrer überwiegenden Hochlage auf Stelzen auch in die benachbarten Stadtteile Bostelbek und Harburg, insbesondere den Harburger Binnenhafen. Sie verhindert möglichen Wohnungsbau am Hauland und im Bereich der Kornweide.

Schon die IBA hatte 2012 vor der Hafenquerspange gewarnt.

"Es ist verkehrsplanerisch anerkannte Praxis, überrregionalen Autobahnverkehr nicht durch Stadtgebiete, sondern um diese herum zu führen. Lückenschlüsse im Autobahnnetz dürfen als nicht in besiedeltem Gebiet gesucht werden, und erst recht nicht in einem so vorbelasteten Gebiet wie Wilhelmsburg".

Neue Pläne bringen noch mehr Zerschneidung


Bekannt wurden jetzt Planungen, die Anschlussstelle von Wilhelmsburg zur Autobahn A26, aber damit auch der A1 an die Otto-Brenner-Straße zu legen und dafür die Otto Brenner-Straße südlich der Kornweide ein Stück weiter zu führen.
So ergäbe sich ein breiter Gürtel von Autobahnen, Bundesstraßen und weiterhin viel befahrenen Straßen wie der Kornweide. Eingekesselt dazwischen sind Wohngebiete wie Alt-Kirchdorf und Kirchdorf-Süd.

Ob wirklich gebaut wird, ist offen und hängt wesentlich von der Aktivität der Bürger*innen ab

Seit 1978 hieß es immer wieder "Jetzt kommt die Hafenquerspange wirklich". Widerstand der Bürger*innen und Warnungen von Stadtplanern, aber auch laufende Kostensteigerungen haben dazu geführt, dass die Planungen zwar hohe Kosten, aber keine Straßen bewirkt haben.
Quellen und weitere Informationen sende ich gerne auf Anfrage: michael@rothschuh.de , siehe auch www.zukunft-elbinsel.de
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Rainer Böhrnsen aus Moorburg | 09.08.2016 | 17:34  
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