Böser Verdacht: Ist die Ex eine Diebin?

Regina Stroot zeigt Fotos vom gestohlenen Familienschmuck. „Ich verstehe nicht, warum Janine mein Vertrauen so missbraucht hat“, sagt sie.

Familienschmuck geklaut: „Es war die Ex-Freundin meines Sohnes!“

Regina Stroot ist mit den Nerven am Ende. Die Wilhelmsburgerin wurde bestohlen, ihr gesamter Familienschmuck im Wert von 20.000 Euro ist futsch. Doch schlimmer als der Verlust wiegt der Vertrauensbruch, denn sie glaubt, die Diebin zu kennen: „Es ist die Ex-Freundin meines Sohnes!“
Zwei Jahre lang waren Janine Wankow* (18) und Stroots 20-jähriger Sohn ein Paar. „Ich hatte sie als Schwiegertochter ins Herz geschlossen“, erzählt sie. Das Mädchen sei bei ihnen ein und aus gegangen, wohnte zuletzt sogar mit im Einfamilienhaus der Stroots, in einem Zimmer unterm Dach. Verena, die Tochter: „Sie war wie eine Schwester, wir haben oft über Probleme geredet.“ Doch im Oktober 2012 trennte sich das junge Paar, Janine zog zu ihrem neuen Freund nach Harburg. Sie hinterließ ein Zimmer im Chaos, vollgemüllt und dreckig. „Das hätte ich ihr noch verziehen, doch dann entdeckte ich, dass der gesamte Schmuck fehlte“, so Stroot.
Zuerst habe sie nicht glauben wollen, dass Janine die Diebin sein könnte, doch dann fand sie Teile des verschwundenen Diebesguts – Münzen und eine Uhr – beim Ausräumen des Dachzimmers. Sie erstattete Anzeige – und suchte Janine an ihrem Arbeitsplatz in Harburg auf, um sie damit zu konfrontieren. „Sie stritt alles ab, ihr neuer Freund beschimpfte und bedrohte mich.“ Wenige Tage später habe die Polizei ihr jedoch mitgeteilt, dass das Mädchen sich selbst angezeigt und alles gestanden habe. Der Schmuck sei verkauft, das Geld weg.
Die Polizei will zur angeb-lichen Selbstanzeige nichts sagen. „Aufgrund der noch laufenden Ermittlungen kann ich lediglich bestätigen, dass gegen die junge Frau eine Strafanzeige als Beschuldigte in einem Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls vorliegt“, so Polizeisprecher Holger Vehren.
Gegenüber dem Wochenblatt gab Janine Wankow allerdings zu, sich selbst bei der Polizei angezeigt zu haben. „Aber nur, weil ich bedroht wurde“, behauptet die 18-Jährige. „Frau Stroot hat mich gezwungen, alles zuzugeben. In Wahrheit ist nichts dran an der Sache, alles gelogen!“
* Name geändert

Rechtlich nur ein minderschwerer Fall:
Falls die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt – und das ist noch gar nicht sicher – wird der Fall wahrscheinlich nur als minderschwerer Diebstahl eingestuft. Der Grund: Die Täterin ist nirgendwo eingebrochen, sondern hatte freien Zugang zum Diebesgut. Ohne strafrechtliche Verurteilung ist es für Regina Stroot schwieriger, eine Entschädigung zu bekommen – aber nicht unmöglich: „Die Geschädigte kann eine zivilrechtliche Klage einreichen“, informiert die Hamburger Juristin Ursula Hein. Ihr Rat: Mit anwaltlicher Hilfe ihre Ansprüche sichern, damit die Sache nicht verjährt. Wenn bei der 18-Jährigen finanziell nichts zu holen sein sollte, müssen gegebenenfalls deren Eltern für den Schaden aufkommen.
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4 Kommentare
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jasmin martens aus Altona | 25.01.2013 | 12:01  
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jasmin martens aus Altona | 25.01.2013 | 12:14  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 26.01.2013 | 21:39  
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daria amir aus Altona | 28.01.2013 | 14:59  
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