Böse Streiche und Schläge mit dem Rohrstock

65 Jahre nach der Schulentlassung treffen sich die verbliebenen Klassenkameraden inzwischen alle halbe Jahr zusammen mit ihren Partnern. Foto: sl

Volksschule Wilhelmsburg:
Klassentreffen 65 Jahre nach Schulentlassung

Von Sabine Langner.
Volksschule Wilhelmsburg, 1951: Mit ordentlich gefalteten Händen sitzen die Mädchen und Jungen in der Schulklasse und lächeln erwartungsvoll in die Kamera. Inzwischen sind die Kinder von damals um die 80 Jahre alt. 65 Jahre nach ihrer Schulentlassung trafen sie sich zu einem fröhlichen Erinnerungsaustausch. „Wir waren damals um die 30 Kinder in der Klasse“, erinnert sich Margret Meier. Heute leben noch neun.
„Wir werden immer weniger. Daher haben wir entschieden,
erstens unsere Partner mitzubringen und uns zweitens alle halbe Jahr zu treffen. Man weiß ja nie, wen es als nächstes trifft“, so die rüstige Rentnerin.
Von Wehmut über die fehlenden Klassenkameraden ist bei dem Treffen nichts zu spüren. Stattdessen erinnern sich die Schüler von damals immer noch lebhaft an ihre Streiche und die anschließenden Hiebe mit dem Rohrstock. Als sie beispielsweise das Fahrrad des Lehrers Seidensticker heimlich mit gelber Farbe bemalt haben. „Der arme Kerl hatte nur den einen Anzug“, erzählt Werner Braune. „Der war dann völlig hinüber. Das gab Schläge, an die ich mich heute noch erinnere.“
Am deutlichsten erinnern die Schüler von damals allerdings die die letzten Kriegsjahre und die
ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. „Wir mussten Kohlen mit in die Schule bringen, damit wir es in den Klassenräumen halbwegs warm hatten“, erzählt Margret Meier. Auch die Schulspeisungen der englischen Besatzungsmächte sind noch so nah, als sei es gestern gewesen. Es gab jeden Tag Sojasuppe. „Wenn dann zur Abwechslung mal Schokoladensuppe oder Grießsuppe mit Rosinen auf dem Speiseplan standen, waren wir glücklich“, erinnert sich Werner Braune.
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