Blanke Hintern im Gebüsch neben der Kita

Raus aus dem Laden – und gleich mal ein tiefer Zug aus der Pulle genommen! Zwischen der Straße Hinter der Dorfkirche und Prassekstraße etabliert sich eine Trinkerszene. Die Polizei forderte den dort ansässige Getränkehändler auf, den unerlaubten Bierkonsum vor seiner Ladentür zu verhindern. Foto: ats

Polizei und Stadtteilbeirat wollen Trinkerszene verhindern,
Getränkehändler in der Pflicht

Von Andreas Tsilis.
Im Gebiet zwischen Hinter der Dorfkirche und Prassekstraße droht sich eine neue Trinkerszene zu etablieren. Die Thematik stand bereits zweimal auf der Tagesordnung des Stadtteilbeirats, nachdem sich immer mehr besorgte Eltern und Anwohner über unhaltbare Zustände in dem Wohngebiet beschwerten. Lärm, Trinkgelage, Müll, ein agressiver, freilaufender Hund oder das Verrichten des (großen) Geschäfts im Gebüsch – das stößt bei den Bewohnern übel auf.
Es gab Kinder, „die auf blanke Hinterteile schauten“, sagt Sabine Unbehaun, Zweite Vorsitzende des Stadtteilbeirats. Gemeinsam mit der Polizei sei man gegen diese Mißstände ein- geschritten, die sich unter anderem in der Nähe einer Schule und eines Kindergartens abspielen. Unbehaun: „Wir suchten nach einer Chance für sachliche Gespräche.“
Langfristig schwebt der Vorsitzenden etwas Ähnliches wie das „Hans-Fitze-Haus“ in Harburg vor, einer Mischung aus „Trinkertreff“ und sozialer Integrationsstätte. Kurzfristig reiche auch eine kleine Gartenlaube, fernab von Anwohnern und in Bahnnähe. „Die Gespräche laufen“, so Unbehaun. Die Polizei nahm sich unterdessen den bierverkaufenden Kioskpächter zur Brust.

Polizei „nordete“
Saufkumpane ein

Der Händler wurde auf seine fehlende Schankerlaubnis hingewiesen, heißt es aus dem Dezernat Prävention und Verkehr der Polizei: Der Alkoholverkauf umfasse nur das, was man weitläufig unter „Zuhaus-Konsum“ versteht. Zusätzlich wurden die Saufkumpane „eingenordet“, ihr Bier nicht in der Nähe der Getränkehalle zu konsumieren.
Gegenüber dem Wochenblatt erklärte ein Trinkhallen-Angestellter, dass man ebenfalls gegen das trinkfeste Stammpublikum vorgehe. Bei Volltrunkenen bringe das aber nichts. Die Polizei könne und wolle man auch nicht immer informieren. „Irgendwann kommen die von der Wache dann gar nicht mehr“, rechtfertigt sich der Mitarbeiter.
Doch Beobachtungen ergaben ein völlig anderes Bild: Keiner der Angestellten schritt ein, als sich ein paar nüchterne Trinkfreunde mit Stoff eindeckten und vor der Tür seelenruhig ihre Flaschen leerten – nur wenige Meter von Schule und Kindergarten entfernt.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.