Bildung im Wert von 1.600 Mercedes-Karossen

Bürgermeister Olaf Scholz begrüßte die Wilhelmsburger Schüler und künftigen Nutzer des Bildungszentrums Tor zur Welt. Links im Bild: IBA-Chef Uli Hellwig. Foto: sk

Olaf Scholz kam zur Grundsteinlegung am neuen Bildungszentrum „Tor zur Welt“

von Steffen Kozieraz

Bei der Grundsteinlegung für das Wilhelmsburger Bildungszentrum „Tor zur Welt“ trafen Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und Schulsenator Ties Rabe auf die künftigen Hauptnutzer – die Schüler. In dem Gebäudekomplex an der Krieterstraße, das als IBA-Projekt unter der Leitidee „Bildungsoffensive Elbinsel“ im Frühjahr 2013 öffnen soll, werden drei Schulen Platz finden: die Elbinselschule, das Kiwi-Gymnasium und die Sprachheilschule Wilhelmsburg.
Das Tor zur Welt soll nicht nur Schulen an einem Standort konzentrieren sondern darüber hinaus „ein Zentrum für den ganzen Stadtteil sein“, wie Ewald Rowolt von der GWG-Gewerbe betonte. Unter anderem werden auch die Volkshochschule, der Integrationsverein Vericom oder das Theater am Strom auf dem über 53.000 Quadratmeter großen Areal siedeln.
Warum die Stadt Hamburg bei knappem Etat ein 60 Millionen Euro teures Bildungszentrum auf der Elbinsel hochzieht, erklärte Schulsenator Ties Rabe: „Die Bildungschancen sind in Wilhelmsburg schlechter als anderswo. Deshalb bauen wir die teuerste Schule Hamburgs hier und nicht woanders.“ Man hätte, so Rabe scherzhaft, für dieses Geld auch jedem der künftigen 1.600 Schüler einen Mercedes schenken können.
Während Olaf Scholz das Bildungszentrum als „Aufbruch zu besseren Chancen“ lobte, verteilte Sigrun Mast vom Elternrat der Elbinselschule Handzettel mit der Überschrift: „Neue Gebäude allein machen keine gute Bildung!“ Sie befürchtet, dass nach der Bauaustellung die Bildungsoffensive aufhört. „Für bessere Bildung brauchen wir personelle Untersützung, eine Doppelbesetzung pro Klasse aus Lehrern und Sozialpädagogen.“
Der Schulsenator wies darauf hin, dass Stadtteile wie Wilhelmsburg bereits mehr Lehrer pro Schüler haben als besser gestellte Quartiere. Dass Gebäude allein keine Garantie für gute Bildung sind, weiß auch Rabe und sagte: „Der Stadtteil muss sich auch anstrengen, und die Schüler müssen ihre Hausaufgaben machen und im Unterricht aufpassen.“
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