Bezirksamtsleiter gesucht

Im Gespräch für den Bezirksamtsleiter-Posten: Falko Droßmann (SPD). Foto: pr

Nach Schreibers Rücktritt: Job wird überregional ausgeschrieben

von Christopher v. Savigny

Uniabschluss, Erfahrung mit Verwaltungsarbeit sowie Durchsetzungsvermögen: Dies sind nur drei der Voraussetzungen, die der potenzielle Bezirksamtsleiter für seinen neuen Job in Hamburg Mitte mitbringen muss. Zwei Wochen nach dem Rücktritt von Amtsinhaber Markus Schreiber hat sich auch die SPD-Fraktion für eine öffentliche Ausschreibung – und damit gegen eine Nachnominierung aus den eigenen Reihen – entschieden. Auf die Weise wollen die Sozialdemokraten gleichzeitig einem möglichen Vorwurf des Parteifilzes entgehen.
Bei der bezirklichen Abstimmung letzte Woche votierte nur ein Mitglied der Piratenpartei gegen diesen Vorschlag. Das Stellenangebot wird jetzt überregional erscheinen, Bewerber müssen sich innerhalb von drei Wochen melden – dann wird die Liste geschlossen. Bereits im April, bei der übernächsten Bezirksversammlung, wollen die Fraktionen ihren neuen Bezirksamtsleiter wählen.
Von anderen Parteien war die öffentliche Ausschreibung immer wieder gefordert worden: „Diese Stelle darf nicht auf der Grundlage eines SPD-Parteikalküls und Postengeschachers besetzt werden“, sagt CDU-Fraktionschef Jörn Frommann. „Eine öffentliche Ausschreibung ist und war auch in anderen Bezirken üblich.“ Die GAL begrüßte den „fälligen Schritt“ der SPD. „Über eine mögliche öffentliche Vorstellungsrunde sollte auch nachgedacht werden“, findet GAL-Fraktionschef Michael Osterburg.
Der Posten des Bezirksamtsleiters ist seit dem 10. Februar vakant, nachdem Markus Schreiber wegen des Methadontods von Chantal (11) aus Wilhelmsburg seinen Sessel geräumt hat. Seitdem wird er kommissarisch von Regierungsdirektor Rüdiger Elwart geführt. Die SPD plädiert nun für ein „klares und transparentes“ Verfahren: „Der Bereich der Jugendhilfe und die etwaigen Missstände dort müssen analysiert und reformiert werden“, so SPD-Fraktionschef Falko Droßmann. „Hierfür bedarf es einer qualifizierten und duchsetzungsfähigen Bezirksamtsleitung.“ Zuletzt war auch Droßmann selbst immer wieder mit dem Amt in Verbindung gebracht worden. „Die Frage steht im Moment überhaupt nicht zur Diskussion“, so Droßmann zum Wochenblatt.
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