Besser als Eppendorf – nur die überfüllte Busline 13 nervt

Aus der Reihe: Wilhelmsburger erzählen, wie es sich hier leben lässt

Aus der Reihe: Wilhelmsburger erzählen, wie es sich hier leben lässt

von St. Kozieraz

Michael Eicks hat seinen Ort gefunden. In einem kinderfreundlichem Café am Veringkanal kann er gleichzeitig Latte Macciato schlürfen und seinen Zwillingen beim Spielen zusehen. Und Bekannte treffen. Drei gute Gründe für den Ex-Nürnberger, sich in Wilhelmsburg wohl zu fühlen.
„Hier im Stadtteil lernt man schnell neue Leute kennen“, erzählt er. „Eine Freundin ist mit mir zeitgleich vor sieben Jahren nach Eppendorf gezogen: Nach einem halben Jahr kannte ich die halbe Straße, während sie nicht mal die Leute aus ihrem Haus kannte,“ so der 41-Jährige, der im Künstlerhaus Georgswerder ehrenamtlich aktiv ist, und fügt hinzu: „Man muss sich auf das Viertel einlassen und auch nutzen, was es bietet. Wenn man an den Wochenenden immer abends in die Schanze fährt, unterstützt man ja nicht, was hier in Wilhelmsburg passiert.“ Zum Beispiel nette Cafés oder das seiner Meinung nach reichhaltige Angebot für Eltern mit Kindern. „Die Kurse im Eltern-Kind-Zentrum, wie etwa Babymassage, kosten hier nur einen Bruchteil von dem, was es in Eppendorf kostet,“ freut sich Eicks.
Das nervigste für den autolosen Familienvater sei die ständig überfüllte Buslinie 13. Er fordert: „Es muss entweder eine U4 her oder eine Straßenbahn!“ Einfach super sei hingegen der Wochenmarkt auf dem Stübenplatz, denn als politisch korrekter Biokost-Fan kaufe er lieber auf dem Markt ein als im Discounter. Über die Veränderungen durch die Internationale Gartenschau und Bauausstellung möchte er nicht meckern. Das Gute an diesen Projekten sei, dass man Einfluss nehmen und sich am Diskussionsprozess beteiligen könne. „Die Leute, die dagegen sind, schreien am lautesten. Man kann versuchen, mit diesen Projekten Jobs zu schaffen, und zwar für Menschen, die hier leben – nicht nur für Architekten aus Berlin,“ findet Eicks. Fast hätte er selber von einem IBA-Projekt profitiert – bei seiner derzeitigen Wohnungssuche. Doch die ausgeguckte Wohnung in den „Hamburger Terrassen", einem Bauprojekt direkt auf dem igs-Gelände, war dann leider schon vergeben. „Wir wollen im Stadtteil bleiben und suchen nur in Wilhelmsburg,“ sagt Michael Eicks und setzt damit ein klares Votum für Wilhelmsburg.
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