Berta-Kröger-Platz verkommt zur Geisterstadt

Computershop-Betreiber Ismail Bicem ist sauer: „Sie könnten wenigstens mal Bescheid geben“, sagt er. (Foto: cvs)

Immer mehr Pavillons stehen leer – Bezirksamt will Vertragspartner zusammenbringen

von Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg
Der Kontrast könnte kaum größer sein: Während westlich des S-Bahnhofs Wilhelmsburg derzeit kräftig gebuddelt und gebaut wird, fällt auf der anderen Seite der Bahnlinie alles in sich zusammen. Bestes Beispiel dafür ist der Berta-Kröger-Platz, deren Pavillons mehr und mehr den Eindruck einer Geisterstadt vermitteln. Eiscafé, Bäckerei, Schuhladen, Uhrmacher, Kleiderboutique, Imbiss und Callshop – alle sind sie nach und nach verschwunden.
Nur wenige Geschäftsleute haben die Stellung gehalten – glücklich werden sie damit nicht. „Meine Kunden bleiben weg, weil sie denken, hier hätten schon alle zugemacht“, berichtet Ismail Bicem, Geschäftsführer des Computerladens „PC-Vanshop“. Entsprechend sei der Umsatz gesunken. „Ich würde mein Geschäft schöner gestalten“, so Bicem weiter. „Aber was lohnt sich das, wenn man nicht weiß, wie es weiter geht.“ Aziz Inanli, Geschäftsführer des ansässigen „Schlüssel- und Schuh-Schnelldienstes“: „Mein Mietvertrag ist Anfang des Jahres ausgelaufen. Ich zahle trotzdem weiter, weil ich Angst habe, rauszufliegen. Der Vermieter kümmert sich nicht!“
Seit Jahren existieren Planungen, den Berta-Kröger-Platz umzugestalten: Die Pavillons sollten zunächst abgerissen, später dann saniert werden (das Wochenblatt berichtete). Voraussetzung ist, dass sich Grundeigentümer Cornelius Groenewold (Aurelius-Immobilien) und Investor Hans-Jürgen Schneider (Luna-Immobilien) bei den Verkaufsverhandlungen einigen. Doch die Gespräche stocken – warum, bleibt unklar. „Ich kann derzeit keine neue Aussage machen“, so Bettina Husemann von Aurelius-Immobilien. Groenewold selbst weile noch bis Ende August in Urlaub. Auch von Hans-Jürgen Schneider ist derzeit keine Auskunft zu bekommen.
Hoffnung macht ein Vorstoß des Fachamts für Stadt- und Landschaftsplanung vom Bezirksamt Mitte, das die beiden Parteien zur Sitzung des Stadtplanungsausschusses am Mittwoch, 14. September, eingeladen hat. „Wir gehen davon aus, dass sich bis Ende September eine Einigung erzielen lässt“, sagt Gebietskoordinatorin Angela Hellenbach. Die Sitzung ist öffentlich. Infos: www.hamburg.de/mitte.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.