Bei ihm lernen alle schwimmen

Wolfgang Klee bringt den Wilhelmsburgern seit über 30 Jahren das Schwimmen bei. Foto: pw

Aus der Reihe: Wilhelmsburger erzählen, wie es sich hier leben lässt

von Philipp Wohlwill

Wolfgang Klee ist auf der Veddel geboren, er ist Elbinsulaner mit Herz und Seele. Seine ersten beiden Lebensjahre verbrachte der heute 59-Jährige mit seinen Eltern bei Großonkel und -tante. Zwei Jahre später zog die Familie in einen Kleingartenverein. „Da hatten wir dann sozusagen eine kleine Einraumwohnung mit einer kleinen Küchenzeile vorne drin“.
Zwei Jahre lang war die Parzelle sein Zuhause, danach wohnte er in einem schönen Reetdachhaus, zusammen mit vier anderen Mietparteien. Gerne erinnert sich Klee an eine funktionierende Hausgemeinschaft und daran, dass er mit ungefähr vier Jahren raus ging, um die Hühner zu füttern, die hinterm Haus gehalten wurden. Doch der nächste Umzug ließ nicht lange auf sich warten. Diesmal gings in die Zeidlerstraße, in die so genannte Papageiensiedlung, die von den Wilhelmsburgern wegen der verschiedenfarbigen Häuser so getauft worden war.
Klee berichtet, wie er die große Sturmflut von 1962 erlebte. „Die Erwachsenen, die waren kreativ. Die haben sich dann Bretter und Fässer, die vorbeischwammen, herangezogen und haben daraus Flöße gebaut“. Seit 1977 arbeitet Klee in der Schwimmhalle in Wilhelmsburg als Betriebsmeister und Schwimmlehrer. Tausenden von Kindern habe er in all den Jahren das Schwimmen beigebracht: „Die ersten Kinder, die bei mir schwimmen gelernt haben, sind inzwischen über 40 Jahre alt!“, freut er sich. Der Spaß, den er mit den Kindern hat, spiegelt sich in seinem Gesicht. Nachdenklich erzählt er, dass es in Wilhelmsburg über 60 verschiedene Nationen gibt und alle Kinder in die Schwimmhalle kommen. Seiner Erfahrung nach seien alle Kinder bereits fertige Personen, die man entsprechend ihrem Charakter behandeln müsse. Die Kinder würden vollkommen natürlich aufeinander zugehen, erzählt Klee, und hätten keine Vorurteile.
Die Veränderungen des Viertels sehe er zwar grundsätzlich positiv, man müsse aber abwarten, wie sich die Elbinseln weiter entwickeln. „Die nächsten zehn Jahre werden interessant!" Wilhelmsburg würde derzeit aus einem Dornröschenschlaf aufwachen und auf einen Neuanfang zusteuern, findet Klee.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.