Bauwagengruppe Zomia: Was bleibt

Was bleibt und was muss weg, diese Frage haben sich sicher alle von ihnen schon einmal gestellt, spätestens beim nächsten Frühjahrsputz oder nach einem WG Plenum, in dem festgestellt wird, dass die Bude mal wieder aufgeräumt werden muss.

Doch was passiert, wenn sie nicht selbst entscheiden können, was bleiben darf und was gehen muss? Dann landet ein altes Erbstück im Müll oder die Lieblingssocken fliegen weg, weil sie nicht sofort meine geschrien haben.

Aber auch ohne einen Besitz zu definieren, wie mein Erbstück oder meine Socken, gibt es Gründe NEIN zu sagen. Und wenn es um Menschen und ihre Zukunft geht, dann sage ich entschlossen NEIN.

NEIN, wenn am Universitätsklinikum Menschen nach unwissenschaftlichen Methoden "aussortiert" werden, da man sie fiktiv auf volljährig einstuft, wie es in Hamburg oft passiert und Menschen die mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft gekommen sind, deshalb direkt wieder abgeschoben werden.

NEIN, für einen Zaun gegen Obdachlose, mit deren Schicksal man sich gerne beschäftigt hätte, wenn nicht gerade "SALE" im nächsten Kaufhaus wäre. "Sollen sie doch arbeiten gehen" - wenn sie das jetzt denken, dann empfehle ich Ihnen nachzudenken und nachfragen zu gehen.

Und nochmal NEIN. Dann nämlich wenn hier in Wilhelmsburg Menschen an der Verwirklichung ihrer Träume gehindert werden. Heute war ich auf dem Wagenplatz Zomia, schön, wie er sich entwickelt hat. Wen stört er dort im Wald am Ernst-August Kanal? Warum sollen die nochmal gleich geräumt werden, was ist daran so kompliziert die Industriefläche als Wagenfläche auszuweisen und warum noch mal gleich dürfen Menschen nicht selbst bestimmt im Wagen wohnen?

Achja - Wilhelmsburg soll fit gemacht werden für die IBA und die IGS, Kleingärtner*innen müssen ihre Hütten zurück bauen. Parkplätze werden unnötiger Weise mit Schotter überzogen und dutzende Autos abgeschleppt. Kioske sollen auf einmal zu anderen Zeiten öffnen. Die noch intakten Bushaltestellen werden ausgetauscht, gegen neue durchsichtige. Und erst diese Bahnhöfe Veddel und Wilhelmsburg, eckelhaft, wie konnten die Leute nur so lange dort aussteigen? Was steckt eigentlich dahinter, Prestige und Stadtentwicklung, Sauberkeit, Ordnung, Markus Schreiber oder SPD Senat? Warum legen nicht die Wilhelmsburger*innen gemeinsam fest, was für sie Sauberkeit und Ordnung oder was für sie wichtig ist und wie der Stadtteil sich entwickeln soll?

Auch hier gibt es Leerstand und steigende Mieten, auch hier sollen Menschen vertrieben werden und auch hier wird von oben nach unten regiert. NEIN, so geht das nicht weiter! Die ersten Transparente fordern schon: "Zomia bleibt" und es werden nicht die letzten sein.
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10 Kommentare
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Jochen Elter aus Wilhelmsburg | 06.11.2011 | 13:41  
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Moritz Krauß aus Wilhelmsburg | 07.11.2011 | 12:51  
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 07.11.2011 | 14:39  
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 07.11.2011 | 14:42  
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Erhard Meier aus Wilhelmsburg | 16.11.2011 | 11:12  
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 16.11.2011 | 12:58  
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M. Albrecht aus Wilhelmsburg | 24.11.2011 | 08:19  
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 24.11.2011 | 11:40  
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Moritz Krauß aus Wilhelmsburg | 24.11.2011 | 11:47  
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Moritz Krauß aus Wilhelmsburg | 24.11.2011 | 11:55  
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