Bauwagen stehen jetzt am Holstenkamp

Zwischenlösung am Holstenkamp: Die Bauwagen stehen auf dem Rasen vor dem Seniorenheim. Foto: ch

Zomia-Leute halten den Platz für ungeeignet - und das ist er auch

Ch. Handke

Die Zomia-Bauwagenleute sind in Bahrenfeld. Aus Wilhelmsburg von ihrem idyllischen Plätzchen am Kanal mussten sie weg - die Räumung durch das Bezirksamt Mitte drohte. Der Bezirk Altona hat sie in letzter Sekunde aufgenommen. Auf die Schnelle mussten sie ihre Wagenburg im Innenhof des Seniorenheims am Holstenkamp einrichten. Seit letzter Woche haben die Bauwagenleute hier ihren Platz.
Doch es ist ungemütlich hier - und nicht nur wegen des Wetters. Der Standort ist zu klein, demnächst soll hier gebaut werden, und die Verwandten der Senioren im Heim beklagen sich darüber, dass „die Zigeuner“ da sind, erzählt Bauwagenbewohner Simon.
Die Zomia-Leute halten den Platz für ungeeignet - und das ist er auch. Doch die Bauwagenleute sollen ja auch nur vorläufig hier bleiben. Bis zum 15. Januar wollen Altonaer Politik und Verwaltung einen besser geeigneten Standort für sie finden.
Was die Bauwagenleute sich wünschen: „Bitte nicht irgendwo am Rand des Bezirks im Wald - wir würden gerne zentral wohnen.“
Bis ein neuer Platz gefunden, beziehungsweise ausgehandelt worden ist, gibt es immer freitags im Altonaer Rathaus Gespräche zwischen den Bauwagenbewohnern und Vertretern von Politik und Verwaltung. Die Zomianer sind zugleich hoffnungsvoll und skeptisch - sie haben ihren Teil getan, indem sie auf den ungeliebten Platz am Holstenkamp gezogen sind. Nun können sie nicht viel mehr machen als zu warten und im Gespräch zu bleiben.
Ihre Bitte an die Bevölkerung: „Über Vorschläge und Ideen für Flächen, Plätze oder Hinterhöfe in Altona, aber auch in allen anderen Bezirken außer Mitte sind wir dankbar.“ Dabei, so Zomia-Sprecher Simon, muss es nicht für ewig sein: „Lieber ziehen wir für drei oder fünf Jahre auf einen Platz, der optimal passt, als irgendwohin, wo wir zwar die Sicherheit hätten, sehr lange bleiben zu können, wo es uns aber nicht gefällt.“
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