Bauen, wo es eigentlich nicht geht

Ein Dorf mitten in der Stadt: das Baugebiet am Rand der Straße Langenhövel. Foto: mag

In Georgswerder soll ein Quartier mit bis zu 195 Wohnungen entstehen - im Boden können neben Altlasten auch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern

Von Andreas Göhring.
Der erste Eindruck ist nicht gerade einladend: rechts ein heruntergekommener Imbiss, links der „Energieberg“, der auch mit neuem Namen über seine Vergangenheit als Giftberg nicht hinwegtäuschen kann. Ein Stück weiter die Kirchwiese, auf der ein Quartier „für junge Familien“ – so heißt es in der Drucksache 21-2246 des Bezirksamts Mitte – entstehen soll. Kann das klappen?
Kurz vor der Ecke Niedergeorgswerder Deich/Langenhövel taucht der „Kupferkrug“ auf – eine Gaststätte, die für diese Gegend völlig überdimensioniert erscheint. Doch offenbar ist sie für die Leute, die in den umliegenden Häuschen wohnen oder ihre Schrebergärten in Ordnung halten, ein beliebter Treffpunkt. Ist das hier ein Dorf mitten in der Stadt? Gerade richtig für junge Familien, die sich einfach nur „zu Hause fühlen“ wollen?
Als noch das Bezirksamt Harburg für diesen Bereich zuständig war, hatte es den Bebauungsplan „Wilhelmsburg 81“ entwickelt. Er sah auf den rund neun Hektar großen Areal zwischen Rahmwerder Straße und Buschweide westlich des Niedergeorgswerder Deichs den „verdichteten Bau von Einfamilienhäusern“ vor.
Ein guter Plan, der sich aber nicht rechnete. Kampfmittel-Verdachtsflächen, Altlasten, hoch anstehendes Grundwasser und noch einiges mehr würde allein die Erschließungskosten für die Grundstücke in die Höhe treiben. Genau solche Randbedingungen hatten die IBA Hamburg gereizt – immer auf der Suche nach innerstädtischen Flächen, auf denen eigentlich nicht gebaut werden konnte, die man aber mit unkonventionellen Ideen erschließen könnte. „Das ist durchaus ein anspruchsvoller Ansatz“, sagt Michael Mathe, Leiter des Fachamts Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Mitte.
In einer öffentlichen Planungswerkstatt zum „Zukunftsbild Georgswerder 2025“ ist dann mit reger Beteiligung der Bevölkerung ein Weg gefunden worden, auch diesen Bereich zum attraktiven Wohnstandort zu entwickeln. Jetzt ist der Bebauungsplan „Wilhelmsburg 97“ am Start. Er sieht eine Wohnsiedlung in gemischter Bauweise vor – darunter auch Geschosswohnungsbau. Insgesamt könnten auf diese Weise 180 bis 195 Wohneinheiten entstehen.
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