Bauarbeiten trotz Deichruhe: Nichts genaues weiß man nicht

Michael Weinreich (SPD) begutachtet den Stand der Bauarbeiten am Ernst-August-Deich. „Die HPA muss besser informieren“, fordert er.

Ernst-August-Deich: SPD kritisiert Informationspolitik der HPA

Die vergangene Woche hatte es wettermäßig in sich: Erst legte sich Sturmtief Ulli ins Zeug, dann raste Tief Andrea über Hamburg hinweg. Eine schlimme Sturmflut blieb den Wilhelmsburgern zwar erspart, doch das Unwetter zeigt: Wir sind mitten in der Sturmflutsaison. Da ist es beruhigend, dass die Arbeiten an der alten Ernst-August-Schleuse offensichtlich vorangehen. Viele Anwohner hatten sich in den letzten Wochen besorgt darüber gezeigt, dass während der Deichruhe an der Schleuse gearbeitet wurde.
„Tatsächlich ist relativ viel über die Feiertage passiert“, sagt der SPD-Bezirksabgeordnete Michael Weinreich. Nachdem im Rahmen der Abbrucharbeiten an der alten Schleuse rund 200 Kubikmeter Sand durch das undichte alte Tor gespült wurden, war klar: Hier musste schnell nachgebessert werden.
In einem Eilantrag hatten die Genossen eine Reihe von Forderungen gestellt, die inzwischen grötenteils erfüllt wurden: Das Tor an der alten Schleuse wurde mit Planen abgedichtet, so dass es keine weiteren Sandausspülungen geben wird; eine Pumpe wurde installiert, damit das Regenwasser abgeleitet werden kann; im Bereich der Big Packs, die als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme aufgestellt wurden, wurde der Deich auf knapp acht Meter erhöht. Dennoch ist Weinreich nicht zufrieden. Vor allem die Informationspolitik der zuständigen Hamburg Port Authority (HPA) stößt ihm sauer auf. „Das ist nicht gut gelaufen“, kritisiert er im Nachhinein. Viele Wilhelmsburger hätten bei ihm nachgefragt, was es mit den Arbeiten auf sich hat. „Leider konnte ich das nicht gleich beantworten, weil die HPA uns Bezirkspolitiker nicht informiert hatte“, so der SPD-Mann. Allerdings ist die Hafenbehörde auch nicht verpflichtet, den Bezirk in geplante Maßnahmen am Deich einzubeziehen. Weinreich: „Das wäre aber wünschenswert!“
Aus diesem Grund wurde noch eine politische Forderung in den SPD-Antrag aufgenommen: Wenn die HPA während schon arbeiten lässt, sollte wenigstens die Bezirksversammlung und die Bevölkerung im Vorfeld informiert werden. Weinreich: „Außerdem sollte der Regionalausschuss über die Maßnahmen und den aktuellen Baustellenverteidigungsplan informiert werden!“
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