Bauarbeiten lösen Rattenproblem

Wilde Müllhalde am Einkaufszentrum lockte Ratten an: Hygieneamt legte Köder, die Bagger erledigten den Rest

Wie vom Donner gerührt blieb Gisela Witt stehen, als sie vor ein paar Tagen durch die Bahnhofspassage in Richtung S-Bahn ging. „Am Bauzaun neben dem kleinen Parkplatz liefen zwei Kinder fröhlich hinter einer Ratte her“, erzählt sie entsetzt. Dann schaute sie genauer hin – und sah nichts als Müll und Dreck. „Kümmert sich hier denn niemand mehr um den Stadtteil?“, fragte sie sich.
Zuhause angekommen rief sie sogleich das Amt für Hygiene an – und wurde eines Besseren belehrt: „Dort hat man versprochen, sich zu kümmern!“, berichtet sie.
Tatsächlich werden die Behörden sofort hellhörig, wenn Anwohner irgendwo die lästigen Nager gesichtet haben. „Es waren bereits Mitarbeiter vor Ort und haben Rattenköder ausgelegt“, bestätigt Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland. Außerdem sei eine Nachkontrolle vorgesehen.
„Wenn Ratten sich erst mal eingenistet haben, wird man sie so schnell nicht mehr los“, weiß auch Andrée Möller, Sprecher der Hamburger Stadtreinigung. Umgehend sei deshalb ein Mitarbeiter nach Wilhelmsburg gefahren, um den Müll zu entsorgen. Allerdings nur den Müll am Zaun, nicht den auf dem Parkplatz. „Das ist Privatgelände, da haben wir keinen Reinigungsauftrag“, so Möller.
Seit rund um den S-Bahnhof so viel gebaut wird, sind an vielen Stellen wilde Müllkippen entstanden. Auch auf dem kleinen Parkplatz neben dem Marktkauf-Center türmt sich der Unrat – ein Paradies für Ratten. Zuständig für die Fläche ist die Luna Immobilien, Betreiber des Einkaufscenters. „Es stimmt, da hat sich Müll angesammelt“, so Luna-Verwalterin Karin Jannsen. Doch inzwischen habe sich das Problem von selbst erledigt, da der Parkplatz eingezäunt und die Abrissarbeiten begonnen hätten. Jannsen: „Da kann jetzt keiner mehr aufs Gelände, und die Ratten werden sich in dem ganzen Bauschutt bald auch nicht mehr wohlfühlen.“
Kirchdorferin Gisela Witt bleibt skeptisch. „Die Leute werfen hier einfach zuviel Müll auf die Straße“, findet sie. „Ich bin gespannt, wie lange es sauber bleibt, wenn das Einkaufszentrum fertig ist.“
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
25
Jochen Elter aus Wilhelmsburg | 26.04.2012 | 10:50  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.