Bau einer ausgebauten Wilhelmsburger Reichsstraße ist völlig offen

"Baubeginn für die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße ist definitiv in diesem Jahr" schreibt das Wochenblatt.
Gemach, gemach!
Eine autobahngleich ausgebaute Wilhelmsburger Reichsstraße kann erst gebaut werden, wenn es einen rechtsgültigen Planfeststellungsbeschluss gibt.
Soweit ist es noch lange nicht:
2011: Vor einem Jahr lagen die Pläne aus. Ende März 2011 haben viele Wilhemsburger gewichtige Einwände erhoben, u.a.:
- die WRS würde den Dauerlärm nah an die Wohnbebauung bringen
- direkt nebeneinander liegende Trassen von Bahn und Straße bringen enorme Gefahren, wenn z.B. ein Lastzug mit Gefahrgut auf die Bahntrasse abkommt. Davon sind nicht nur die Fahrgäste betroffen, sondern auch die umliegenden Behörden, der Bahnhof, das Einkaufszentrum und die Wohnungen
- es gibt überhaupt keine Planung, was mit der alten WRS passieren soll
- der Verkehr ins Wilhelmsburger Zentrum würde in Schleifen durch den Stadtteil, vorbei am Bildungszentrum und der neuen Behörde geführt werden
- geplant wird für 67.000 Kfz / Tag, während der Verkehr auf der bisherigen WRS in den letzen Jahren sogar etwas zurück gegangen ist auf etwa 53.000 Kfz. Dieser Mehrverkehr bleibt dann auf den Elbbrücken stecken.
- der Schadstoffausstoß vermehrt sich für die BewohnerInnen in Wilhelmsburgs Mitte.

2012: Die Verkehrsbehörde und die Autobahnplanungsgesellschaft DEGES haben in neun Monaten (!) diese Einwände noch nicht einmal beantworten können, so dass es ganz offen ist, wann ein Erörterungstermin stattfindet.
Danach muss ein Planfeststellungsbeschluss erarbeitet werden, der auf die Einwendungen eingeht.
Im Anschluss daran werden die Einwender entscheiden, ob sie klagen. Und dann müsste ein Gericht entscheiden.

2013: Ob überhaupt und wenn, dann schon 2013 gebaut würde, wie es Wirtschaftssenator Horch in Schalthoff Live am 3.1.2012 als seine Hoffnung geäußert hat, ist offen.
Auch das Bundesverkehrsministerium hat Einwände zu den Plänen: es will weniger Lärmschutz als er in den Plänen vorgesehen ist, und es will über die Finanzierung neu entscheiden, wenn sich bei der Planfeststellung Mehrkosten ergeben.

Jahrelang haben wir gehört: Jetzt fängt der Bau der Hafenquerspange oder der Ausbau der Wilhelmsburger Reichsstraße an. Bei der HQS schon seit 1940 - Widerstand dagegen aber hat sich gelohnt.
Es gibt also noch viele Chancen für die Wilhelmsburger, ihre Interessen gegen mehr Autobahnen und z.B. für besseren ÖPNV, wie z.B. mehr und längere S-Bahnen, zu vertreten.
Durch Politikeräußerungen zum angeblich jetzt bevorstehenden Baubeginn sollten wir uns nicht entmutigen lassen.
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