Autobahn weiter auf Eis

Bundesverkehrsministerium sieht Bau der Hafenquerspange immer noch nicht als vordringlich an

von Claudia Pittelkow
Die vom Hamburger Senat geplante Hafenquerspange ist nicht im Investitionsrahmenplan 2011–2015 des Bundesverkehrsministeriums enthalten. Diese Neuigkeit sorgte in der vergangenen Woche beim Umweltverband BUND für beste Laune: „Das Aus für die Hafenquerspange ist eine gute Nachricht“, jubelt Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. Zumindest für die nächsten Jahre könne somit die Autobahn nicht finanziert werden. Andere reagieren weitaus verhaltener.
„Diese Nachricht ist eigentlich gar keine Nachricht“, findet der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Metin Hakverdi. Denn ob die HQS nun im Investitionsrahmenplan stehe oder nicht, ändere nichts an der Wahrscheinlichkeit, dass die Autobahn gebaut wird. Auch auf das Tempo habe das keine Auswirkung. „Entscheidend ist, dass die HQS im Verkehrswegeplan des Bundes keine Dringlichkeit hat – und auch noch nie hatte“, betont er. „Das ist alles nichts als heiße Luft“, so Hakverdi.
Ähnlich äußert sich der Verein Zukunft Elbinsel: „Es zeigt sich, dass der Bund die HQS keineswegs für vordringlich hält“, sagt Vereinssprecher Manuel Humburg. Der Senat solle sich gut überlegen, ob er noch einmal die Finanzierung der HQS durch den Bund beantragt und damit genauso scheitert wie alle Vorgänger in den letzten 32 Jahren. „Besser ist es, wenn jetzt konkrete Lösungen für den Hafenverkehr in Angriff genommen werden.“
Der geplante Ausbau der A26, die sogenannte Hafenquerspange, erregt seit Jahren die Gemüter der Wilhelmsburger. Kritische Stimmen hielten das Autobahn-Projekt von Anfang an für nicht geeignet, die Verkehrsprobleme im Hafen lösen zu können. Zudem hatte die Hamburg Port Authority (HPA) in ihrem Masterplan Straßenverkehr Hafen Hamburg klargestellt, dass auch auf den vorhandenen Straßen mit Hilfe des sogenannten Port Road Managements ein „reibungsloser Verkehrsfluss“ möglich wäre.
Für die Bewohner der Elbinseln hätte die Hafenquerspange ohnehin nur Nachteile: mehr Verkehr wäre vorprogrammiert. Untersuchungen haben belegt, dass keine Wohnstraße Wilhelmsburgs merklich entlastet worden wäre, im Gegenteil: An der Kornweide etwa sollte die Autobahn zusätzlich zur bestehenden Straße gebaut werden.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.