Aus dem Camp wird eine Stadt

Gemeinsam mit Handwerkern und Zimmerleuten baut der Hamburger Künstler Jakobus Durstewitz ein Stadttor. Im Inneren gibt’s Kunst, oben drauf wird getanzt.

Neuer Name, neues Konzept: Ab dem 19. Juni wird aus dem MS Dockville-Gelände die Kunststadt „MS Artville“

Wie in jedem Jahr ziehen schon Wochen vor dem Dockville Festival Künstler auf das Gelände am Reiherstiegknie. Doch beim frisch getauften MS Artville soll vieles anders werden als beim Vorgänger Dockville Kunstcamp. Das neue Kuratorium hat sich nicht nur einen anderen Namen überlegt, sondern auch ein anderes Konzept: Vom 19. Juli bis zum 9. August werden insgesamt 19 internationale Künstlerkollektive jeweils eine Woche lang vor Ort an ihren Werken arbeiten. Im Anschluss laden die Organisatoren immer freitags bis sonntags zu Partys zwischen den Kunstwerken ein. So können Besucher mitverfolgen, wie sich das Kunstdorf von Woche zu Woche verändert.
„Uns war wichtig, dass die Besucher mehr teilhaben und zugucken können, wie Artville entsteht“, erklärt Dockville-Sprecherin Lara Goldsworthy. In den vergangenen Jahren hatten die teilnehmenden Künster wochenlang vor Ort campiert. Erst als alles fertig war, wurde das Gelände für Besucher geöffnet.
Mit dabei sind auch einige Hamburger Lokalmatadore. So wird der Street-Art-Künstler Darko Caramello eine Installation präsentieren, die von Ort zu Ort wandert. Das Künstlerkollektiv „Krautzungen“ will Besucher auf Homers Odyssee entführen. Und Jacobus Durstewitz – von ihm stammen die Hafenbilder auf den Dockville-Festival-Plakaten – baut ein rotes Stadttor mit Hamburg-Wappen auf. Im Innenraum der Konstruktion aus drei Übersee-Containern richten sich Studierende der Bauhaus Uni Weimar eine Forschungsvilla im Kolonialstil ein, in der sie Besucher vermessen wollen. Das Stadttor soll zum Richtfest – der Artville-Eröffnungsfeier – am Sonnabend, 19. Juli, um 14 Uhr, fertig sein. „Das ist mein Kommentar zur hanseatischen Gastfreundlichkeit“, sagt Durstewitz, der mit dem Konstrukt Kritik an Hamburgs Umgang mit Flüchtlingen üben will. Das Dach seines Gebildes soll Raum für Kultur bieten und als Tanzfläche dienen.
Getanzt wird auch an den verschiedenen Open-Air-Bühnen auf dem Gelände. Im Laufe von Artville sind zehn Veranstaltungen geplant, darunter die beiden bewährten Partys „Vogelball“ am 2. August und „Butterland“ am 3. August, aber auch neue Formate wie „Symfotronik“, eine Verbindung von Klassik und elektronischer Musik, am 26. Juli. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen und damit auch zu Artville, kostet zwischen 4 und 15 Euro.
Info: www.msartville.de
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