Aus dem Amtsgericht: Wodka und Kinderpornos

Bewährungsstrafe für Victor M. (45): Ans Leid der Kinder nie gedacht

Seine Ehefrau hat angeblich nie etwas mitbekommen, wenn Victor M. mit seinen Kumpels in dem kleinen Computerraum neben dem Wohnzimmer Wodka trank und Sexfilme der übelsten Sorte aus dem Internet hochlud. 26 Videos kinderpornografischen Inhalts wurden auf der Festplatte des Russen sichergestellt, mindestens 15 Stunden Filmmaterial, das an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten ist. Wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornos musste sich der 45-Jährige jetzt vor dem Harburger Amtsgericht verantworten.
Der bullige Mann mit der raspelkurzen Frisur lässt sich von einer Dolmetscherin übersetzen, was die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft: Von Januar bis Dezember 2011 soll er über die Internet-Tauschbörse eMule diverse Videos heruntergeladen und auf dem heimischen Rechner gespeichert haben. Darin zu sehen sind Kinder, die auf jede erdenkliche Weise zum Sex gezwungen werden. Das jüngste Kind ist erst zwei Jahre alt. „Man sieht, dass es sich hier nicht nur um nachgestellte Szenen handelt, sondern um Missbrauch von kleinen Kindern“, erregt sich der Staatsanwalt. Fassungslos über die Regungslosigkeit, mit der Victor M. den Vorwürfen im Gerichtssaal lauscht, fragt er den Angeklagten: „Haben Sie denn nie an das Leid der Kinder gedacht?“ Die Antwort: „Ich habe mir keine Gedanken gemacht.“
Auf Nachfrage behauptet M., dass er über die Tauschbörse eMule hauptsächlich Spielfilme geguckt habe. Doch ein Gerichtsgutachten belegt: Computerexperten haben herausgefunden, dass M. mit den in Pädophilenkreisen üblichen Begriffen gezielt nach Sexvideos mit Minderjährigen gesucht hat. Am meisten interessiert haben ihn und seine Kumpels offenbar Motive mit Kindern unter zwölf Jahren.
Da Victor M. nicht vorbestraft ist, fällt das Urteil milde aus: ein Jahr und sieben Monate, ausgesetzt zur Bewährung, zuzüglich einer Geldstrafe von 2.000 Euro, die M., der als Teilzeit-Reinigungskraft 800 Euro monatlich verdient, schmerzen dürften. Die Richterin stellt klar: „Sie fördern den sexuellen Missbrauch von Kindern und tragen eine Mitschuld daran!“
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2 Kommentare
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 01.11.2012 | 12:03  
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 25.12.2012 | 20:08  
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