Auf einen Kaffee?

Das Spenda Bel Nachbarschaftsbistro steht sozial Bedürftigen offen. Ein-Euro-Jobber wie David Nikolic (hinten, r.) und Hasan Kutlug (hinten, l.) machen sich hier fit für gastronomische Berufe. Unterstützt werden sie dabei durch Projektleiterin Katrin Werbeck (l.) und Anleiterin Julia Senol. Foto: tsilis

Spenda Bel eröffnet Nachbarschaftsbistro

Von Andreas Tsilis.
Frühstück beim Bäcker, Mittagstisch beim Italiener oder Kaffee und Kuchen im Café? Für viele gehört das zum Leben dazu. Für Menschen mit schmalem Geldbeutel nicht. Das wird sich ändern, denn im Gewerbehof am Veringhof 19 hat das Sozialkaufhaus „Spenda Bel“ ein „Nachbarschafts-bistro“ eröffnet.
Hier bekommt man für sehr wenig Geld belegte Brötchen, Kaffee und warme Mahlzeiten. Wer das Bistro besuchen möchte, muss eine Kundenkarte haben. Bezieher von Sozialhilfe, Hartz-4, BaföG und Wohngeld erhalten sie gegen Nachweis.
Für Katrin Werbeck, Projektleiterin aller fünf Hamburger Spenda Bel-Läden, ist die Einrichtung des Bistros ein sozial gebotener Schritt. „ Finanziell Bedürftige sollen besser teilhaben am gesellschaftlichen Leben“, sagt sie.

Sozialkaufhaus hat 1.000 Kunden


Das Ganze hat einen weiteren, positiven Effekt: Für die im Bistro arbeitenden Ein-Euro-Jobber ist die Tätigkeit hinter dem Tresen möglicherweise die Eintrittskarte in den ersten Arbeitsmarkt. David Nikolic (31), der über das Jobcenter als Küchenhelfer kam, will sich auf diesem Weg für eine Kochlehre empfehlen.
Fitgemacht für die Gastronomie wird Nikolic durch Fachpersonal, zu dem auch „Anleiterin“ Julia Senol gehört. Die ehemalige Büokauffrau ist für insgesamt 50 Ein-Euro-Jobber verantwortlich, die in vier weiteren Spenda Bel-Abteilungen (Möbel, Kleidung, Haushalts- und Spielwaren) die Grundlagen des Verkaufs lernen. „Bei uns erhalten sie das Einmaleins des Einzelhandels“, erklärt Senol. Die Motivation der Mitarbeiter sei ausgezeichnet, berichtet Projektverantwortliche Werbeck. „Viele wollen zurück ins Arbeitsleben.“
Das Sozialkaufhaus hat rund 1.000 Kunden, die regelmäßig kommen, um hier zu stöbern, zu kaufen oder sich zu treffen. Alle drei Monate muss die Kundenkarte erneuert werden. Es gibt auch eine Sozial- und Schuldnerberatung. Mit Obdachloseninitiativen und Flüchtlingsunterkünften bestehen Kooperationsabkommen. „Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt Werbeck.

Spenda Bel
Am Veringhof 15 und 19
Öffnungszeiten:
mo - fr 8.30 bis 16 Uhr
Tel 28 78 98 68
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