Asylanten-Ansturm auf die Elbinseln

An der Hafenbahn 7 bis 15 (im Bild: Gebäude Nummer 9) sollen ab Mai oder Juni rund 170 zusätzliche Asylanten unterkommen.

Stadt will 1.000 zusätzliche Plätze schaffen – ein Sechstel davon „An der Hafenbahn“

von Christopher v. Savigny

Auf der Veddel formiert sich Widerstand gegen die Unterbringung weiterer Flüchtlinge. Hintergrund sind die Pläne des Senats, bis März rund 1.000 neue Plätze für Asylanten im gesamten Stadtgebiet zu schaffen. Nach derzeitigem Stand sollen 168 davon in der Straße „An der Hafenbahn“ entstehen. Dort leben bereits 120 Asylsuchende. „Ich bin sehr dafür, dass Hamburg Flüchtlinge aufnimmt“, sagt der Veddeler SPD-Politiker Klaus Lübke. „Aber man muss die ärmsten Stadtteile nicht unbedingt noch zusätzlich belasten.“
Nach Angaben der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) ist die Zahl der Asylbewerber in Hamburg im Verlauf der letzten Monate deutlich angestiegen: Während sie im ersten Halbjahr 2012 noch bei rund 80 pro Monat gelegen habe, sei sie seit September auf 300 Personen monatlich angestiegen. Viele von ihnen stammten aus Afghanistan und dem Iran. Insbesondere der Anteil an Flüchtlingen aus Südosteuropa habe sich stark erhöht, so die BASFI.
Das Problem der Unterbringung von Asylanten bewegt derzeit ganz Hamburg: 8.350 Plätze gibt es momentan in der Stadt – doch diese reichen aufgrund des Andrangs bei Weitem nicht aus. Nachdem bekannt geworden war, dass die Behörde vor allem in sozial schwächeren Stadtteilen wie Billstedt nach Unterkunftsmöglichkeiten suchte, waren dort erste Proteste laut geworden. Auch die Veddel fällt aufgrund ihres Migrantenanteils von rund 80 Prozent in die Kategorie „Problemstadtteil“. An der Schule Slomanstieg sieht man allerdings kein Problem: „Seit Anfang Februar gibt es bei uns zwei spezielle Klassen für Flüchtlingskinder mit insgesamt 30 Plätzen“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Birgit Gosch. „Wir sind vorbereitet!“
Die Straße „An der Hafenbahn“ liegt in Wilhelmsburg, knapp hinter der Grenze zur Veddel. Laut BASFI könnten die Unterkunftsplätze ab Mai oder Juni belegt werden. „Langfristig wird zudem geprüft, ob dort ein Auszubildendenwohnheim entstehen könnte“, sagt Behördensprecher Olaf Dittmann.
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