Anwohner fordern: Bushäuschen her!

Hätten gerne ein Bushäuschen: Elke Peper, Hannelore Wettstädt und Edith Wettstädt (v.l.).

Haltestelle Schwentnerring ohne Unterstand – Politik schaltet sich ein

Die ersten Herbststürme sind ins Land gezogen, draußen wirds jetzt ungemütlich. An den Bushaltestellen drängeln sich die Wartenden ins Bushäuschen – wenn es denn eins gibt! An der Haltestelle Schwentnerring in Richtung Harburg müssen die Fahrgäste im Freien warten, kein Unterstand schützt sie vor Wind und Regen. „Man hat uns hier wohl vergessen“, schimpft Edith Wettstädt.
Die 86-Jährige nimmt öfters den 152-er Bus nach Harburg und ärgert sich jedes Mal aufs Neue. „Alle sind genervt, dass hier kein Häuschen ist, dabei wäre doch genug Platz“, findet sie.
Das sieht die Firma JCDecaux, Eigentümerin der Hamburger Bushäuschen, anders. Der Standort gebe nicht die nötige Flächengröße für einen Unterstand her, sagt Unternehmenssprecherin Frauke Bank. Auch ein schmaleres Modell ohne Seitenscheiben wäre angesichts des kommenden Winterwetters keine Lösung.
Die Bushaltestelle liegt an einem Parkplatz, der der Wohnungsgesellschaft Saga gehört. Ein stabiler Eisenzaun trennt den Gehweg vom Saga-Grundstück. Anwohnerin Edith Wettstädt sagt: „Den Zaun könnte man doch einen Meter versetzen, dann ist Platz genug!“
Die Saga wäre bereit, ein Stück-chen Fläche für den Unterstand zu vermieten, solange kein Stellplatz dabei wegfällt. „Das wäre nicht wünschenswert“, so Saga-Sprecher Michael Ahrens.
Auch JCDecaux hält diese Lösung grundsätzlich für möglich. Aber: „Erfahrungsgemäß ist dies keine dauerhafte Lösung, denn der Privateigentümer kann solch eine Nutzungserlaubnis jederzeit rückgängig machen“, so Bank.
Generell liegt die Entscheidung über den Standortaufbau jedoch beim Bezirk und der Hochbahn. Die orientieren sich an einer Prioritätenliste, die nach Einsteigerzahlen erstellt wurde. Und da siehts am Schwentnerring ganz mau aus. „Die Haltestelle wird sehr wenig frequentiert“, erklärt Hochbahnsprecherin Maja Weihgold. Die letzte Zählung 2008 ergab gerade mal 40 Einstiege pro Tag. Ihr Tipp: Die Anwohner sollten sich an die Politiker wenden. „Denn die entscheiden letztendlich!“
Bei der SPD vor Ort trifft das Anliegen auf offene Ohren. „Wir unterstützen das und werden uns in den nächsten Tagen ein Bild vor Ort machen“, so Fraktionssprecherin Anja Keuchel.
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