Anleger wird verschenkt

Soll demnächst abtransportiert werden: der alte Anleger zwischen den beiden Nor-derelbbrücken. (Foto: cvs)

Alte Veddeler Dampferbrücke geht ans Maritime Museum – Enttäuschung vor Ort

von Ch. v. Savigny

Über Jahrzehnte hinweg hatte er im dichten Gestrüpp vor sich hin gerostet. Jetzt wird der ehemalige Schiffsanleger am Nordufer der Veddel einer neuen Bestimmung zugeführt: Das Maritime Museum in der HafenCity will die alte Stahlkonstruktion als Barkassenanleger nutzen. Verantwortlich dafür ist die HafenCity GmbH, die das Brückenteil abholt, sobald sie einen entsprechenden Ponton hat. Die Aktion verspricht einiges an Spektakel: Für den Abtransport wird ein großer Kran benötigt, der – sollte er von der Wasserseite kommen – unter den Elbbrücken hindurchpassen muss. Auf der Veddel wird nur der alte, steinerne Brückenpfeiler verbleiben.
Die stählerne Dampferbrü-cke ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten: Noch bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein war sie in Benutzung. Aufnahmen aus dieser Zeit zeigen den Anleger mit vorgelagertem Ponton neben den Elbbrücken. Zu sehen sind diese Bilder im Internet unter www.stadtteilgeschichten.net.
Heute ist der Ort von Brombeerranken überwuchert und durch einen Zaun – mit Durchgang – geschützt. Viele nutzen die versteckte Ecke, um zu grillen und zu feiern – einige scheinen sogar baden zu gehen. Der Veddeler SPD-Politiker Klaus Lübke ist ein wenig enttäuscht, dass sich die Stadt nicht früher um das Areal gekümmert hat: „Die Dampferbrücke war beliebt“, so Lübke. „Ich hätte sie am liebsten vor Ort für eine zukünftige Nutzung belassen. Es gibt zwar Pläne, das Nordufer der Veddel zu entwickeln, aber davon ist nichts konkret.“ Immerhin erfülle der alte Anleger nun in der HafenCity einen guten Zweck.
Ursprünglich sollte das Brückenteil zusammen mit „Wassertreppe 51“ aus Moorfleet zu einem neuen Anleger für den Elbpark Entenwerder (Rothenburgsort) ausgebaut werden. Am Ende wurde es doch nicht benötigt. Stattdessen entschied sich die zuständige Hamburg Port Authority (HPA), das alte Stahlgerüst an das Maritime Museum weiter zu verschenken. Das Veddeler Nordufer wird hingegen noch eine Weile im Dornröschenschlaf bleiben: „Derzeit sind dort keine Veränderungen geplant“, sagt HPA-Sprecher Alexander Schwertner.
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stefan teddy dührkop aus Veddel | 10.10.2011 | 13:23  
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