Angst vor Rasern

Tim Fandré, Inhaber des Fahrradladens Vélo 54, findet, dass auf der Veringstraße zur sehr gerast wird. „Manchmal hat man den Eindruck, es muss erst ein Kind sterben, bevor etwas passiert." Foto: cvs

Veringstraße als Rennstrecke entdeckt - Appell der Polizei:
Offensichtliche Geschwindigkeitsverstöße melden

Von Ch.v.Savigny.
In der Veringstraße heult ein Motor auf. Kurz danach braust ein Sportwagen mit mindestens 60 oder 70 Kilometern pro Stunde - statt der erlaubten 50 - über den Asphalt. „Das wird immer schlimmer hier", sagt Tim Fandré, Mitbetreiber eines örtlichen Fahrradladens. Radler und auch Fußgänger lebten in ständiger Angst, von den Rasern überfahren zu werden. Ungefähr vor eineinhalb Jahren sei die Veringstraße von der ‘Tiefer-Breiter-Schneller-Fraktion’ entdeckt worden. „Seitdem ist das Problem ziemlich massiv", sagt Fandré.
Die Wilhelmsburger Polizei ist mit der Verkehrssituation auf der Veringstraße vertraut. Allerdings sind auch ihr die Hände gebunden. „Es handelt sich dort um eine bestimmte Clique, die die Straße als Raserstrecke für sich entdeckt hat", sagt Ingo Schwarz, Leiter der Abteilung Prävention und Verkehr im Polizeikommissariat 44. Geschwindigkeitskontrollen würden wenig Sinn machen. „Von 1.000 Autofahrern fährt vielleicht einer zu schnell", so Schwarz. „Da lohnt es sich nicht, eine Blitzanlage aufzustellen." Schwarz appelliert an die Bevölkerung, offensichtliche Geschwindigkeitsverstöße an die Polizei zu melden. „Das hat nichts mit Denunziantentum zu tun, sondern dient lediglich Ihrer Sicherheit!" Erst wenn eines der Kennzeichen bekannt sei, habe die Polizei die Chance, direkt mit den Rasern Kontakt aufzunehmen.
Nun plant der Bezirk, der Raserei auf der Veringstraße einen Riegel vorzuschieben: Als erstes soll noch in diesem Jahr der nördliche Abschnitt zwischen Stübenplatz und Mannesallee zu einer Tempo-25-Zone ausgebaut werden. „Wir hoffen, dass sich das Thema Raser dadurch erledigt", sagt Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland.
Außerdem wird der Radverkehr auf die Straße verlegt, die Bürgersteige werden verbreitert. Anstelle einer Ampel bekommt die Kreuzung Fährstraße einen Verkehrskreisel. Baubeginn noch in diesem Jahr, die Kosten liegen bei etwa einer Million Euro. Eine Verlängerung der verkehrsberuhigten Zone bis zur Bonifatiussstraße ist bereits im Gespräch. In diesem zweiten Abschnitt soll dann Tempo 30 gelten.
Überhaupt nicht glücklich über diese Aussichten ist die Hamburger Hochbahn, die in der Veringstraße die Buslinie 13 betreibt. „Wir finden solche Tempolimits für Metrobuslinien kontraproduktiv", sagt Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum.

Kontakt zum PK 44:
Tel 428 65 - 44 10
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