An jeder Ecke ein Wahlplakat

Die CDU setzt auf Nebenstraßen: Jörn Frommanns Plakate finden sich verstärkt in Kirchdorf und Umgebung.
 
Inhalte statt Personen ist die Strategie der Linken, wenn es um Wahlwerbung geht.

Die Wilhelmsburger Bezirkspolitiker werben auf hunderten von Stellwänden für sich

Seit Wochen sind sie aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken: Wahlplakate. Mit ihnen werben Parteien und Einzelkandidaten um Stimmen für die Bezirkswahlen und die Europawahl am Sonntag, 25. Mai. In Wilhelmsburg hat jede Partei dabei eine eigene Strategie. Das Wochenblatt hat nachgefragt.
• Warum gibt es keine CDU-Plakate im Reiherstiegviertel?
Die Bäume und Laternenpfähle in der Veringstraße sind hart umkämpft. Dicht an dicht stehen Wahlplakate der SPD, FDP, der Linken, der Grünen und der Piraten – nur die CDU sucht man vergeblich. Haben die Christdemokraten das Reiherstiegviertel aufgegeben? „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Plakate in der Veringstraße zerstört werden“, erklärt Lukas Skwiercz. Der Wilhelmsburger CDU-Spitzenkandidat setzt auf andere Orte für seine 70 Plakate. Skwierecz: „Sie stehen dort, wo die Menschen sich treffen.“ Zum Beispiel vor Vereinen, der Windmühle Johanna und dem Gasthaus Sohre. Auch an großen Hauptverkehrsstraßen gibt es keine CDU-Plakate. „Wir plakatieren sehr stark in den Quartieren und in Nebenstraßen“, erklärt Jörn Frommann (CDU), der als Spitzenkandidat seiner Partei für den Bezirk Hamburg Mitte etwa 100 Plakate im gesamten Bezirk und davon 50 Plakate auf der Elbinsel aufgestellt hat. Um einen „Kopfsalat“ zu vermeinden, habe der Wilhelmsburger Ronald Dittmer (CDU), Platz zwei auf der Wahlkreisliste, nicht plakatiert, so Frommann.
• Welche Partei hatte die meisten Plakate?
Es gibt kaum eine Straße in Wilhelmsburg, an der kein SPD-Kandidat vom Plakat lächelt. Allein SPD-Frau Kesbana Klein aus Kirchdorf-Süd ist mit rund 100 Plakaten vertreten. Der Veddeler SPD-Mann Klaus Lübke mit weiteren 58 Plakaten und Fred Rebensdorf, Spitzenkandidat für Wilhelmsburg West, hat 30 Plakate für sich im Westen der Elbinsel aufgestellt. Dazu kommen Plakate des SPD Spitzenkandidaten für den Bezirk Mitte Falko Droßmann.
• Überall Gesichter, nur nicht bei der Linken. Warum?
„Auf Plakate für die Kandidaten haben wir verzichtet, weil uns politische Inhalte wichtiger sind als Personen“, erklärt Ronald Wilken, Wilhelmsburger und Spitzenkandidat der Linken. Deshalb schmücken die 50 Aufsteller der Linken Forderungen wie: „Miet-haie zu Fischstäbchen“ und „Millionäre besteuern“.
• Wie lange dürfen die Plakate noch stehen bleiben?
Alle Parteien haben bis zum Wochenende nach der Wahl Zeit, die Werbung wieder zu entfernen, sonst drohen Bußgelder.
• Wie viel kostet der Wahlkampf die Parteien beziehungsweise die Kandidaten?
Bei den Bezirkswahlen müssen alle Parteien beziehungsweise die einzelnen Kandidaten die Wahlkampfkosten selbst tragen. Eine staatliche Beteiligung wie bei der Bundestagswahl gibt es nicht.
Für ihren Wahlkampf – also zum Beispiel Plakate und Flyer – haben die beiden Wilhelmsburger SPD-Distrikte jeweils 1.500 Euro bereitgestellt. Ein Großteil des Geldes kommt aus Spenden. „Nur so können die Ortsvereine die Wahlkampfkosten aufbringen“, sagt Klaus Lübke, Vorsitzender der SPD Veddel. Allein sein Ortsverband hat 500 Euro für den Wahlkampf ausgegeben.
Die CDU-Kandidaten kommen grundsätzlich selbst für Plakate, Fahrten, Infomaterial und Raummieten für Veranstaltungen auf. Nach Angaben von CDU-Spitzenkandidat Jörn Frommann hat der Kreisverband Hamburg-Mitte jedoch die Plakatträger gestellt und den Wahlkampf der Spitzenkandidaten mit einem niedrigen dreistelligen Betrag unterstützt. „Eine symbolische Unterstützung“, sagt Frommann, dessen Wahlkampfbudget sich nach eigenen Angaben auf einen knappen vierstelligen Betrag belief. Partei-Freund Lukas Skwiercz hat nach eigenen Angaben einen mittleren dreistelligen Bertrag aufgebracht.
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