Alte Fabrik auf der Peute abgerissen

Der SPD-Politiker Klaus Lübke setzt sich für den Erhalt der alten Peute-Fabrik ein. (Foto: cvs)

HPA will Logistikzentrum bauen – Restgebäude als Museumslager?

von Christopher v. Savigny

Das Industrie- und Hafengebiet östlich der Veddel verliert ein wichtiges Stück Arbeitergeschichte: In der Peutestraße haben Bagger und Räumfahrzeuge einen Teil eines riesigen, historischen Fabrikkomplexes abgerissen. Derzeit wird das fünfstöckige Hauptgebäude von Firmen als Lagerfläche genutzt. Aber auch etliche kreative Unternehmen wie Foto- und Tonstudios sind dort untergebracht.
Das rund 75.000 Quadratmeter große Areal gehört der Hamburg Port Authority (HPA), die dort moderne Logistikhallen errichten lassen möchte. Aus Brandschutzgründen sollen die übrigen Gebäude entkernt und saniert werden. Wenn es nach dem Wunsch der Hamburger Kulturbehörde geht, könnte das Hauptgebäude später als Museumslager dienen.
Somit scheint wenigstens ein Teil der rund 80 Jahre alten Backsteinbauten gerettet – aber der Abriss hat dennoch für Ärger im Stadtteil gesorgt. „Ich bin schockiert“, schimpft der SPD-Bezirksabgeordnete Klaus Lübke. „Wir haben davon erst aus der Zeitung erfahren.“ Hintergrund: Seit der Bezirksreform laufen die Bauvorhaben der HPA nicht mehr über den Tisch des bezirklichen Bauausschusses. „Die HPA darf sich ihre Abrissgenehmigungen de facto selbst erteilen“, kritisiert Lübke. Zudem befürchtet er, dass die neue Logistikansiedlung für noch mehr Lkw-Verkehr im ohnehin schon überlasteten Stadtteil sorgen könnte.
In der Fabrik auf der Peute hatte die „Genossenschaft Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Consumvereine“ ab 1927 Konserven, Waschpulver und Körperpflegemittel hergestellt. Anfang 2010 war das inzwischen umgenutzte Ensemble von der HPA aufgekauft worden. „Das Gebäude wird derzeit von 50 Mietern genutzt“, berichtet HPA-Sprecherin Karin Lengenfelder. Spätestens im Sommer müssen sie raus – eventuell können sie auf eine Rückkehr nach der Sanierung hoffen. „Wir sind im Gespräch“, so Lengenfelder.
Die Kulturbehörde möchte zudem ein Lager für die Hamburger Museen einrichten. „Das war schon länger so geplant“, sagt Sprecher Enno Isermann. Nach Auskunft von Lengenfelder sei es „denkbar, dass man eine Lösung findet.“
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