Ärger wegen Knöllchen

Anto Filipovic zeigt, wo er seinen Wagen geparkt hatte. „Ich stand noch weniger über der Linie als dieses Auto!“ Ohnehin ist die Linie kaum noch zu erkennen. Foto: cvs

Wilhelmsburger soll Auto angeblich auf Behindertenparkplatz abgestellt haben: „Stimmt nicht!“, sagt er – trotzdem 70 Euro Bußgeld!

von Christopher v. Savigny

Innerhalb weniger Wochen sind Anto Filipovic, Anwohner der Krieterstraße, drei Bußgeldbescheide in Höhe von insgesamt knapp 110 Euro ins Haus geflattert. In zwei Fällen soll Filipovic sein Fahrzeug auf einem Behindertenparkplatz abgestellt haben. Der angebliche Parksünder bestreitet das vehement: „Eine Unverschämtheit“, schimpft er.
Die beiden „Vergehen“ datieren vom 9. und vom 12. Ok-
tober: In der Krieterstraße, Höhe St.-Maximilian-Kolbe-Kirche, befinden sich einige frei nutzbare Parkbuchten, ganz am Ende ein Behindertenparkplatz. Die Markierung auf dem Asphalt ist stark verblasst, weder Begrenzungslinie noch Behindertensymbol sind eindeutig zu erkennen. Dennoch hatte Filipovic ordnungsgemäß geparkt – dachte er jedenfalls. „Ich stand vielleicht ein paar Zentimeter zu weit rechts“, räumt er ein. Ein Gesetzeshüter kannte jedoch keinen Spaß und schrieb den angeblichen Verkehrssünder zweimal auf. Kostenpunkt: je 35 Euro. In den drei Tagen dazwischen hatte Filipovic sein Auto nicht vom Fleck bewegt. „Ich habe noch nicht mal einen Zettel an der Windschutzscheibe gehabt“, protestiert er.
Laut Wolfgang Keller, Stabsleiter im Polizeirevier an der Georg-Wilhelm-Straße, ist das sichtbare „Knöllchen“ am Auto nicht zwingend vorgeschrieben. „Normalerweise bringen wir aber eins an“, so Keller, der zu laufenden Verfahren wie diesem nicht Stellung nehmen möchte. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es nur um ein paar Zentimeter ging“, so Keller. „Wir sind schließlich keine Kleinkrämer.“
In der Krieterstraße wird derzeit viel gebaut, Parkplätze sind Mangelware. Ein Grund, weshalb auch Filipovics Ehefrau aufgeschrieben wurde – sie parkte auf einem Gehweg. Die Strafe: vergleichsweise milde 15 Euro. Ihr Mann erhob jedoch Einspruch mit dem Argument, seine Frau sei gehbehindert und habe das Fahrzeug nur für wenige Minuten verlassen. Postwendend kam ein Bescheid über 38,50 Euro zurück. Norbert Smekal, Sprecher des zuständigen Einwohnerzentralamts, rät deshalb generell zur Vorsicht. „Einsprüche müssen gut begründet sein, sonst wird es schnell teuer“, sagt er. „Im Zweifelsfall sollte man lieber gleich bezahlen.“
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2 Kommentare
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 21.11.2012 | 11:38  
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 31.12.2012 | 14:45  
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