Ärger über neue Haltestelle

Ulrich Rothe fährt täglich zur Ernst-August-Schleuse, um hier in die Fähre zu steigen. Er kritisiert den neuen Standort der Bushaltestelle, denn von hier kann man den Anleger im Hintergrund nicht sehen.

Weg zum Anleger „Ernst-August-Schleuse“ jetzt kürzer, aber aus dem Bus sieht man nicht mehr, ob die Fähre ihn ansteuern kann

Ulrich Rothe fährt am liebsten mit der Fähre auf die andere Elbseite. Vor einem Jahr zog der Übersetzter nach Wilhelmsburg, seitdem setzt er sich jeden Morgen in den Bus zum Anleger „Ernst-August-Schleuse“, um mit der Linie 73 zu den Landungsbrücken zu schippern. In knapp 30 Minuten ist Rothe am Ziel. Die Verbindung, die seit Dezember 2012 existiert, ist beliebt. Mit dem Beginn des Winterfahrplans richtete der HVV direkt vor dem Anleger sogar eine neue Bushaltestelle ein. Doch genau die ist Rothe ein Dorn im Auge. „Jetzt kann man nicht mehr aus dem Bus erkennen, ob die Fähre am Anleger liegt oder nicht. Wenn man aussteigt, und die Fähre kommt nicht, ist man aufgeschmissen. Damit ist der Anleger sehr viel unattraktiver geworden“, kritisiert der 48-Jährige.
Zum Hintergrund: Um zur Ernst-August-Schleuse zu gelangen, muss die Hadag-Fähre unter der Argentinienbrücke durch. Bei extremem Hochwasser ist das nicht möglich, dann ist der Anleger „Argentinienbrücke“ Endstation. Nach Angaben der Hadag tritt dieser Fall durchschnittlich 40 Mal im Jahr ein. Ob die Fähre kommt oder nicht, konnte Rothe bisher sehen, wenn er im Bus über die Brücke rollte. Kam sie nicht, blieb er drei weitere Minuten sitzen und fuhr zur Argentinienbrücke, um dort einzusteigen. „Es wäre hilfreich, wenn der Busfahrer Bescheid sagt, ob der Anleger angefahren werden kann“, schlägt Rothe vor.
Mit diesen Informationen will man zukünftig das Busunternehmen versorgen, soweit rechtzeitig möglich, verspricht Hadag-Chefin Gabriele Müller-Remer. Zudem hängt ab sofort am Anleger eine Wegbeschreibung zur Argentinienbrücke, für den Fall, dass die Fähre nicht an der Ernst-August-Schleuse anlegen kann. „Das sind maximal 700 Meter“, sagt sie.
Laut HVV werde sich in diesem Bereich die komplette Anbindung noch verändern. Bisher sei zum Beispiel die Taktung der Busse noch nicht auf die Fähren abgestimmt, sagt HVV-Sprecher Rainer Vohl. Auf der Fährlinie ist zudem ein weiterer Halt im Bereich des Spreehafens in Planung. Die neue Haltestelle habe der HVV auf Wunsch von Fahrgästen und Politik eingerichtet, erklärt Vohl. „Um den Fußweg zum Anleger zu verkürzen“, so der Sprecher. Zuvor mussten Fahrgäste etwa 150 Meter zur Fähre laufen.
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