Äpfel wachsen nicht im Supermarkt!

Die Erstklässler der Schule Fährstraße sind mit Feuereifer bei der Sache. Foto: pit

Projekt für Stadtkinder: Obstbäume vor Honigfabrik gepflanzt – Kinder sollen selbst ernten

Vor der Honigfabrik in der Industriestraße stehen seit letzter Woche vier neue Bäume, zwei Apfel-, ein Pflaumen- und ein Kirschbaum. Obstbäume mitten in der Stadt? Was soll das denn? „Damit auch Stadtkinder erleben können, woher das Obst aus dem Supermarkt kommt“, erklärt Maren Jonseck-Ohrt vom Bezirksamt Mitte die Idee. Bezirkspolitiker hatten 2010 dafür gesorgt, dass für das Projekt 5.000 Euro zur Verfügung gestellt wurden.
Vorrangig sozial schwache Stadtteile sollten von der Baumpflanz-Aktion profitieren. Nach Billstedt, Hamm und Mümmelmannsberg war Wilhelmsburg nun die letzte Station. Aufgeregt griffen die Erstklässler der Schule Fährstraße zu Schaufel und Gießkanne, um beim Einpflanzen zu helfen. „Hier wachsen später mal Äpfel dran“, hat die sechsjährige Enna schon gelernt.
Garten- und Landschaftsbauer Hermann Vaick, der bereits in den anderen Stadtteilen dabei war, gab den Schülern Hilfestellung. „Das ist eine gute Sache“, findet er. „Die Kinder lernen, woher das Obst kommt und können es später selbst ernten.“ Außerdem habe seine Erfahrung gezeigt, dass die Kinder richtig Spaß an der Sache haben. Das ist nicht unwichtig, denn die Schüler sollen sich schließlich auch um die Bäume kümmern. Die Grundpflege übernimmt für die nächsten drei Jahre zwar die Gartenbaufirma, doch für die Ernte sind die Kinder selbst zuständig. „Es war eine Voraussetzung, dass jemand im Stadtteil die Patenschaft übernimmt“, sagt Behördenmitarbeiterin Jonseck-Ohrt. In Wilhelmsburg kein Problem: Der Kinderkulturbereich der Honigfabrik wird sich gemeinsam mit Schülern der Schule Fährstraße um die Obstbäume kümmern. „Die Kinder hatten sich schon lange Obstbäume an der Straße gewünscht“, freut sich Hofa-Mitarbeiterin Brigitta Schulz.
Bei den neu eingepflanzten Bäumen handelt es sich um regionale Obstsorten, die bereits eine gewisse Größe haben. Im Herbst nächsten Jahres kann geerntet werden. „Dann backen wir mit den Kindern Apfelkuchen“, plant Klassenlehrerin Swenja Graupner.
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