Abriss-Gerüchte: Mieter in Sorge

Mieter Christopher Finder (25) sorgt sich, dass sein Zuhause – eines der Häuser im Hintergrund – abgerissen wird.

Sind die Backsteinhäuser am Ernst-August-Deich unbewohnbar? Laut HPA, Bezirksamt und Vermieter ist kein Abriss geplant

Die roten Backsteinhäuser am Ernst-August-Deich waren schon häufiger in den Schlagzeilen: Vermüllte Hauseingänge, nasse Keller, Schimmel an den Wänden – schöner Wohnen geht anders! Zurzeit sind die Mieter jedoch aus einem anderen Grund in Aufruhr: „Unsere Häuser sollen abgerissen werden“, hat Bewohner Christopher Finder gehört.
Solche Gerüchte habe es zwar schon häufiger gegeben, doch diesmal scheint etwas dran zu sein – denkt zumindest Chris-topher Finder. „Es waren Leute vom Amt hier“, erzählt der 25-Jährige. Die hätten die Statik überprüft, angeblich würden die Hauswände nach hinten wegkippen. „Die Häuser sollen für unbewohnbar erklärt werden“, sagt er. Hinter den Abriss-plänen stecke die Hamburg Port Authority (HPA), die ohnehin schon lange scharf auf das Grundstück sei. Soweit die Gerüchteküche. Ist was dran?
Bei der HPA, die auf dem Grundstück hinter der Häuserzeile gerade eine Logistikhalle baut, ist man erstaunt. „Von diesem Gerücht hör ich zum
ersten Mal“, sagt HPA-Sprecher Alexander Schwertner. Die Häuser würden zwar tatsächlich im Hafengebiet liegen, doch das Grundstück gehöre nicht der HPA. „Da sind wir nicht zuständig“, so Schwertner und versichert: „Wir werden den Teufel tun und an diese Häuser rangehen!“
Auch im Bezirksamt Mitte weiß man nichts von Abrissplänen. „Es liegt kein Abrissantrag vor“, sagt Behördensprecherin Sorina Weiland. Und was ist mit Mitarbeitern, die angeblich vor Ort waren? „Von uns war keiner da“, versichert Bezirksamtssprecher Norman Cordes. Ab und an seien Kollegen vom Wohnraumschutz vor Ort, „aber nicht aus aktuellem Anlass!“
Wissen die Vermieter mehr? Gerd-Wilhelm Rottgardt von der Ropa Generalbau GmbH gehört mit etwa 25 Wohnungen zu den Mehrheitseigentümern. Von einem Abriss sei ihm nichts bekannt, die Bausubstanz der Häuser sei in einwandfreiem Zustand. „Die Mieter müssen sich keine Sorgen machen“, betont er. Möglicherweise hat er aber eine Erklärung für die ominösen Mitarbeiter, die vor Ort waren: „In einigen Kellern haben sich Leute illegal eingenistet, das haben wir der Behörde gemeldet“, so Rottgardt. Vielleicht seien die vom Amt schon dagewesen.
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1 Kommentar
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Torben Meier aus Harburg | 17.03.2013 | 10:07  
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