Abriss der „Klorolle“ liegt auf Eis

Die St. Maximilian-Kolbe-Kirche wird vorerst nicht abgerissen. Jetzt muss nur noch eine wirtschaftlich tragbare Art gefunden werden, das Kirchenhaus zu Nutzen. Wer einen Vorschlag hat, kann ihn an das Denkmalschutzamt schicken.

Protest gegen Zerstörung der St. Maximilian-Kolbe-Kirche hat Erfolg – Erzbistum will über Alternativen beraten

Die St. Maximilian-Kolbe-Kirche wird vorerst nicht abgerissen. Nachdem Wilhelmsburger Bürger vor Kurzem bei einer Podiumsdiskussion deutlich gemacht hatten, dass sie ihre „Klorolle“ – so wird der Kirchenbau mit der markanten Betonkonstruktion im Stadtteil genannt – behalten wollen, ruderte das Erzbistum zurück. Auch Denkmalschützer lehnen den Abriss der katholischen Kirche in der Krieterstraße ab. Als Folge der Proteste will das Erzbistum den beim Bezirksamt Mitte gestellten Abrissantrag bis auf weiteres ruhen lassen und gemeinsam mit dem Denkmalschutzamt nach einer Möglichkeit suchen, die Kirche zu erhalten.
Dabei soll auch erneut geprüft werden, wie teuer eine Sanierung des in die Jahre gekommenen Kirchenhauses sein würde. „Bis Ende Juni werden unter Federführung des Erzbistums Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt eine belastbare Schadensaufnahme, ein bauliches Sanierungskonzept und eine Kostenschätzung erarbeitet“, teilte Erzbistum-Sprecher Manfred Nielen mit. Bisher hatte das Erzbistum angegeben, die nötigen Arbeiten würde 400.000 Euro kosten und seien damit für die Kirche nicht tragbar.
Helmuth Barth, Vorsitzender des Denkmalvereins Hamburg, dessen Verein die Podiumsdis-kussion organisiert hatte, begrüßt den Abriss-Aufschub. „Unser Denkmalverein als Initiator der Veranstaltung ist hochzufrieden, dass es jetzt ein Moratorium gibt und neue Optionen für Sanierung und Nutzung der Kirche gesucht werden“, sagt er. Auch Klaus Lübke, Sprecher für Kultur und Denkmalschutz in der SPD-Fraktion der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, freut sich, dass der Abriss vorerst verhindert werden konnte. „Ich hoffe das es gelingt, eine tragfähige Nachnutzung zu verwirklichen, damit der Erhalt auch endgültig sichergestellt werden kann“, sagt er.
Vorschläge, wie diese alternative Nutzung des Gebäudes aussehen könnte, dürfen jetzt auch interessierte Bürger machen. Wer eine Idee hat, kann sie bis Freitag, 16. Mai, per E-Mail an denkmalschutzamt@kb.hamburg.de schicken. Mehr Infos gibt es hier: www.hamburg.de/kulturbehoerde/denkmalschutzamt
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.