Abenteuerspielplatz für Erwachsene

Betreten verboten: Mathias Lintl (re.) und Alexander Reichert vom Verein Stadtkultur Hafen vor der abgesicherten Soulkitchenhalle. Foto:CVS

Veringkanal: Aus „Soulkitchen“ wird „Soulvillage“ – Kann die belastete Fläche versiegelt werden?

Ch. v. Savigny.
Die Soulkitchen an der Industriestraße – der Ort, an dem Fatih Akins gleichnamiger und preisgekrönter Film gedreht wurde – ist seit Juni 2013 Geschichte. Seither läuft in der Halle, die vom Ordnungsamt wegen Einsturzgefahr geschlossen wurde, nichts mehr. Jetzt bemüht sich der neu gegründete Verein „Stadtkultur Hafen“ um eine Fortsetzung. Geplant sind unter anderem Musikräume, ein Programmkino mit Galerie, Urban-Gardening-Projekte, sowie ein Werk- und Lagerhof für Handwerker und Künstler. „Es soll ein offenes Angebot an alle Altersgruppen sein“, sagt Chefplaner Mathias Lintl, der sich auch um dem Betrieb der Soulkitchenhalle gekümmert hatte. Ziel des Vereins sei es, das „Projekt Kulturkanal wieder mit Leben zu füllen“.
Günstig und praktisch soll das „Dorf“ auf 10.000 Quadratmetern rund um die Soulkitchenhalle entstehen: So kommen zum Beispiel Container, Sandsäcke und Betonlegosteine zum Einsatz – alles Materialien, die schnell auf- und wieder abgebaut werden können und wenig Geld kosten.
Da das Areal stark mit Schadstoffen belastet ist und die Sanierung Millionen kosten würde, schlägt der Verein vor, die Fläche zu versiegeln, um so zu verhindern, dass Niederschlagswasser in den Boden gelangen kann.
Eine zentrale Rolle im Ver-einskonzept spielt weiterhin die Soulkitchenhalle, die kostengünstig instandgesetzt werden soll und anschließend als Veranstaltungsraum dienen könnte. Der Traum der Gruppe ist es, am Veringkanal ein „stadtentwicklungspolitisches Freiraumlabor“ entstehen zu lassen. Ihre Vision umfasst Selbsthilfewerkstätten, „vertikalen pflanzlichen Kläranlagen“, eine Symbiose aus Tomaten- und Fischzucht („Tomatenfisch“) sowie eine „New Media Gallery“, in der man live Konzerte aus der Elbphilharmonie mithören kann.
Von Industrie- zum
Gewerbegebiet
Der Begriff „Kulturkanal“ war im Sommer 2013 von Bezirksamtsleiter Andy Grote ins Spiel gebracht worden – gemeint ist eine kulturelle Belebung des Veringkanals, an dem sich mit der Honigfabrik, den Zinnwerken und der Live-Musik-Bar „Tonne“ bereits etliche Kulturbetriebe niedergelassen haben. Im Fall des „Soulvillage“ wäre zunächst eine Umwidmung des Geländes von Industrie- zu Gewerbegebiet nötig. Zurzeit sieht es nicht schlecht aus: „Das entsprechende B-Planverfahren soll noch in diesem Jahr eingeleitet werden, es wird allerdings - wie jedes B-Planverfahren - einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland.
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