60 Euro bezahlt und nichts dafür bekommen

„Dass wir den Gutschein nicht mehr bei Sohre einlösen können, ist natürlich klar. Schließlich hat Herr Bode ihn nicht ausgestellt“, sagt Dieter Kraus. Seine Frau und er bleiben treue Gäste des Gasthofs, betont der Kirchdorfer.
 
Arsalan Khamosch im September 2012. Er hat den Gasthof Sohre von Oktober 2010 bis August 2013 geführt. (Foto: Andreas Tsilis)

Nach Inhaberwechsel im Gasthof Sohre kann Kirchdorfer Ehepaar Gutschein nicht einlösen – jetziger Wirt bietet seine Hilfe an

Was für ein schönes Geschenk, dachten sich Margit (62) und Dieter Kraus (64), als ihnen ihre Tochter zum Hochzeitstag einen 60 Euro-Gutschein für den Gasthof Sohre überreichte. In dem Kirchdorfer Restaurant, das sie seit vielen Jahren kennen und das nur wenige Minuten von ihrem Haus in Kirchdorf entfernt liegt, wollten sie sich einen schönen Abend machen. Doch daraus wurde nichts. „Wir konnten den Gutschein nicht einlösen, weil der Besitzer gewechselt hat“, berichtet Dieter Kraus. Zum Hintergrund: Als der Gutschein am 23. April 2013 ausgestellt wurde, war Arsalan Khamosch Inhaber des Traditionsrestaurants. Doch seit August leitet es der ehemalige Besitzer Klaus Bode wieder.
Um die Sache zu klären, wandte sich das Ehepaar im November an Arsalan Khamosch, der mittlerweile das Restaurant „La Sole Mio“ in Harburg führte. „Herr Khamosch hat mir am Telefon zugesagt, dass er die Hälfte des Gutscheines in seinem Restaurant einlösen würde“, erzählt Margit Kraus. Besser als nichts, dachte sie sich. Nach dem Essen erwartete sie jedoch eine böse Überraschung. „Wir sollten plötzlich die Hälfte der Rechnung zahlen“, sagt Dieter Kraus wütend. Also 18,45 von 36,90 Euro – damit wären 41,55 Euro des Gutscheins verfallen. Kraus: „Das war mir zu viel Trinkgeld!“
Das Ehepaar zahlte bar und verlangte den Gutschein zurück. Wieder wandten sie sich an Khamosch, schickten einen Brief mit der Kopie des Gutscheins. Es folgte ein Schlagabtausch per E-Mail. „Ich will mit dem Mann nichts mehr zu tun haben. Dieses bewusst Leute verscheißern geht mir gegen den Strich!“, sagt Margrit Kraus ärgerlich. „Für mich ist die Sache erledigt. Den Gutschein schenken wir dem Förderkreis unfallgeschädigter Kinder. Herr Khamosch ist dort Fördermitglied. Vielleicht gibt er dem Verein ja das Geld.“
Auf Nachfrage des Wochenblatts weist Arsalan Khamosch jede Verantwortung von sich. Der Gutschein sei nicht bei ihm registriert. „Ich kann ihnen nicht mal sagen, wer ihn ausgestellt hat“, sagt er. „Wie kann das sein?“, fragen sich Margit und Dieter Kraus. Schließlich trägt der Gutschein, den eine Bedienung ihrer Tochter ausgehändigt hat, den Firmenstempel und ist unterschrieben. „Der Anschein spricht dafür, dass es sich um einen Gutschein des Restaurants handelt. Wenn eine Bedienung ihn ausgefüllt hat, macht es keinen Unterschied, sie handelte schließlich für den Inhaber“, sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Als Einzelkaufmann hafte der Inhaber für seine Verbindlichkeiten persönlich. Ob sich ein Rechtstreit für das Ehepaar lohne, sei angesichts der Summe dahingestellt, so die Juristin.


Wer hat noch Sohre-Gutscheine?
Bei ihn haben sich schon mehrere Gäste gemeldet, die einen Gutschein einlösen wollten, den sie beim vorherigen Inhaber bezahlt hätten, berichtet Klaus Bode vom Gasthof Sohre in der Kirchdorfer Straße 169. „Ich habe ihnen gesagt, dass sie sich bei mir melden sollen, wenn sie den Gutschein nicht im La Sole Mio einlösen können“, sagt Bode. Das Angebot stehe noch. Bode: „Ich möchte, dass die Gäste zu ihrem Recht kommen. Ich stehe selbst in einem Rechtsstreit mit Herrn Khamosch und würde das Geld erstatten, wenn ich es erstreiten kann.“ Sollte das nicht klappen, werde er sich um eine andere Lösung bemühen. Bode hat das Lokal, dass seine Familie in der dritten Generation führt, vor 30 Jahren von seinen Eltern übernommen. 2010 gab er es aus gesundheitlichen Gründen für rund drei Jahre an seinen damaligen Geschäftsführer Arsalan Khamosch ab.
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