20-Cent-Schläger muss in den Knast

(Foto: Carlo Schrodt / pixelio.de)

Nichts dazugelernt: Onur K. wegen erneuter Gewalttat verurteilt, diesmal ohne Bewährung

Im sogenannten „20-Cent-Fall“, bei dem 2009 ein Harburger zu Tode geprügelt wurde, kam Onur K., damals 17, noch mit einer Bewährungsstrafe davon. Jetzt stand der heute 20-Jährige erneut vor Gericht – wieder angeklagt wegen Körperverletzung. Doch diesmal ging es für den stadtbekannten Schläger nicht mehr so glimpflich aus: Das Harburger Amtsgericht schickte den jungen Mann auf direktem Wege in den Knast.
Wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung verhängte das Gericht eine Jugendfreiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Die vorangegangene Bewährungsstrafe wurde in das Urteil mit einbezogen.
Onur K. war Ende 2011 zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er am Harburger S-Bahnhof einen 44-Jährigen zu Boden geschlagen hatte, nur weil dieser ihm keine 20 Cent geben wollte. Der Mann stürzte mit dem Hinterkopf so schwer auf den Asphalt, dass er vier Wochen später an seinen Verletzungen verstarb.
Auch im aktuellen Fall geht es um nackte Gewalt, diesmal in der Mannesallee in Wilhelmsburg: In der Nacht des 23. Juni 2012 soll Onur K. mit einem Mittäter zuerst ein Pärchen grundlos niedergeschlagen und auf die am Boden Liegenden noch eingetreten haben. Nur eine Stunde später soll er mit zwei weiteren Komplizen einen 28-jährigen Mann auf dem Stübenplatz attackiert haben. Als einer der Mittäter versuchte, mit einem Einhandmesser auf das Opfer einzuschlagen, habe Onur K. ihn mit den Worten „mach ihn fertig!“ angefeuert.
Im Hinblick auf diese zweite Tat hat das Amtsgericht den Angeklagten schließlich wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen. „Das Gericht ist damit weitestgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt, die eine Jugendstrafe von zwei Jahren und acht Monaten gefordert hatte“, berichtet Gerichtssprecher Dr. Rudolf Witt aus der Verhandlung. Weil einer der Angeklagten zur Tatzeit erst 17 Jahre alt war, wurde die Öffentlichkeit komplett ausgeschlossen. „Hinsichtlich der ersten Tat konnte das Gericht den genauen Tatablauf und die Beteiligung des Angeklagten hieran nicht mehr mit der für eine Verurteilung notwendigen Sicherheit feststellen“, so Witt.
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2 Kommentare
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 19.02.2013 | 10:43  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 19.02.2013 | 19:31  
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