„Wir wollen hier raus“

Die Gierkes - Dennis, Norbert und Sonja (v.l.) - sind auf Wohnungsuche.

Wohnung von Familie Gierke ständig unter Wasser

von Christopher v. Savigny
Jedesmal, wenn es anfängt zu regnen, denkt Norbert Gierke: „Jetzt geht das schon wieder los!“ Bereits dreimal in diesem Jahr stand die Wohnung der Gierkes am Vogelhüttendeich unter Wasser. Zweimal war es im letzten Jahr passiert. In solchen Fällen muss die ganze Familie mit anpacken: Eimer und Putzlumpen werden hervorgeholt, Schränke ausgeräumt und zum Trocknen auf Zeitungspapier gestellt. Sogar einen Wassersauger haben sich die Gierkes inzwischen besorgt. Trotzdem wuchert der Schimmel an allen Ecken und Enden. „Wir brauchen dringend eine neue Wohnung“, sagt Norbert Gierke.
Keine einfache Angelegenheit: Die dreiköpfige Familie lebt von Hartz IV. Auf bisherige Gesuche gab es nichts als Absagen – obwohl das Amt eine Mietkostenübernahme bis zu 455 Euro kalt garantiert. Zusätzlich haben sich die Gierkes bei der Saga beworben – bislang ohne Erfolg. Eine Anfrage des Wochenblatts bei dem Wohnungsunternehmen brachte nichts ein. Jetzt kümmert sich der Mieterverein zu Hamburg um das Problem – als Ursache für die Überschwemmungsmisere wurde eine undichte Bodenplatte ausgemacht. „Die Zustände, in denen die Gierkes leben, sind menschenunwürdig“, schimpft Mieterbetreuer Klaus Sanmann.
Der Vermieter ist die Firma Echternach Immobilien in Glinde. 60.000 Euro würde eine Sanierung kosten, erklärt eine Mitarbeiterin. Aber dafür habe der Besitzer leider kein Geld. Man biete der Familie dafür Umzugskostenhilfe an. Allerdings: „Die Gierkes haben sich bisher viel zu wenig um eine neue Wohnung gekümmert“, findet sie.
Möglicherweise kann das Amt für Wohnungspflege helfen, indem es dem Vermieter Auflagen macht. „Das setzt allerdings das Einverständnis der Betroffenen voraus“, sagt Bezirksamtssprecher Lars Schmidt-von Koss. Und wenn das Amt die Wohnung für unbewohnbar erklärt und die Mieter auf die Straße setzt? „So etwas passiert nicht“, erklärt Schmidt. Die Einrichtung sei dazu da, betroffenen Mietern zu helfen – nicht etwa, ihnen zu schaden.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.