Wilhelmsburger Tafel hat kein Geld mehr

Die Wilhelmsburger Tafel mit Leiterin Gudrun Toporak-Schmidt ist wieder verstärkt auf Ehrenamtliche angewiesen. Hier packen Chris-topher Lux (l., Praktikant) und Thomas Bensberg mit an. (Foto: cvs)

Unterstützung ausgelaufen - neue Förderer gesucht - es fehlen 20.000 Euro

Christopher v.Savigny, wilhelmsburg - Die Wilhelmsburger Tafel geht schweren Zeiten entgegen: Zu Beginn dieses Jahres wurde der Lebensmittelausgabe der Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg (AIW) die komplette Unterstützung gestrichen. Seither muss sich das Projekt, das im Deichhaus am Vogelhüttendeich untergebracht ist, selbst finanzieren.
„Uns fehlen 20.000 Euro pro Jahr", sagt Gudrun Toporan-Schmidt, Leiterin der Tafel. Zuletzt seien die dringend benötigten Gelder aus dem Quartiersfonds der Bezirksversammlung (BV) Mitte gekommen. „Was wir bräuchten, ist eine Dauerförderung", so Toporan-Schmidt.
Bei der Tafel der AIW können sich Bedürftige gegen Nachweis täglich mit Gratis-Lebensmitteln versorgen. Pro Besuch wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von drei Euro fällig. Drei- bis viermal pro Tag bringen die beiden AIW-Transporter Lebensmittel herbei, die von Hamburger Supermärkten aussortiert wurden. Die Besucherzahl schwankt zwischen 350 und 400 pro Woche. Durch die Flüchtlingsunterkünfte auf der Elbinsel werden es stetig mehr.
Lange Zeit hatte sich das im Jahr 1994 gegründete Projekt mit freiwilligen Helfern über Wasser gehalten.
Vor rund zehn Jahren bot der Verein erstmals Jobs im Rahmen von „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen" (ABM) an. Nach dem Auslaufen des Projekts sprang die Sozialbehörde mit Fördergeldern ein. Im nächsten Schritt wurde 2009 eine gemeinnützige GmbH mit Langzeitarbeitslosen gegründet. Doch nachdem die „Aktiv-Jobs“ 2012 vom Jobcenter gestrichen wurden, musste ein Großteil der Angebote wie Möbelhilfe, Parkpflege und Kleiderkammer gestrichen werden.
Geblieben sind die Wilhelmsburger Tafel mit ihren insgesamt vier Ausgabestellen auf der Elbinsel, sowie eine Fahrradwerkstatt.
Benötigt wird das fehlende Geld im Wesentlichen für die Leitungsstelle. Der Verein kann nur eine halbe Stelle bezahlen, daher arbeitet Toporan-Schmidt zurzeit 20 Stunden pro Woche ehrenamtlich.
Vom Quartiersfonds ist keine Unterstützung mehr zu erwarten: „In einem gemeinsamen Gespräch wurde vereinbart, dass die finanzielle Unterstützung über den Quartiersfonds Ende 2014 ausläuft", sagt BV-Mitglied Klaus Lübke (SPD). Geplant gewesen sei eine Weiterfinanzierung durch den Kirchenkreis Hamburg-Ost. Doch der hat nach Auskunft der AIW bereits abgelehnt.
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 20.05.2015 | 13:49  
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