Socken für die Klassenkasse

Schülerfirma „VeddelERleben“: Machkour (14), Metehan (14), Irem (13) und Kumba (13, v.l.) vor der Sporthalle Veddel, für deren Vermietung sie ab dem nächsten Frühjahr zuständig sind. Foto: cvs
 
Socken in Pappboxen: Die Produkte der Schülerfirma werden von den Freiburger Sozialwerkstätten vertrieben. Foto: cvs

Aus Achtklässlern werden Geschäftsleute: das Projekt VeddelERleben

Ch.V.Savigny, Veddel

Coole Socken, bunte Mützen und T-Shirts: Das neue Schuljahr erwartete Irem (13), Kumba (13), Machkour (14) und Metehan (14) mit ungewöhnlichen Aufgaben. Im Rahmen ihres Profilkurses „VeddelERleben“ (siehe Beitext) haben die Achtklässler der Stadtteilschule (STS) Wilhelmsburg handgemachte, fair gehandelte Kleidung und Haushaltsgegenstände verkauft.
Der Handel mit den Waren, der vom Hamburger Förderverein „Das macht Schule“ organisiert wurde, bereitete die Schüler auf ihre kommenden Aufgaben mit der Schülerfirma „VeddelERleben“ vor. „Das ist für sie der Einstieg ins Geschäft“, sagte Profillehrer Rainer Zastrutzki.
Und so funktionierte der Verkauf des Sortiments, zu dem auch Grußkarten und handgemachte Seifen gehören: Die Schüler sammelten Bestellungen bei Klassenkameraden, Freunden, Lehrern, Eltern und Nachbarn. Sobald eine bestimmtes Kontingent zusammengekommen war, wurde die Ware, die in formschöne Pappboxen verpackt ist, bestellt. Rund ein Viertel ihres Ver-dienstes durfte die Klasse selbst behalten. Die Summe wanderte in die Klassenkasse und kann für gemeinsame Projekte verwendet werden. Das Projekt der Veddeler Schüler lief bis kurz vor Weihnachten.
Wie in ein richtigen Firma üblich, haben sich die Schüler der 8b die Aufgaben geteilt. „Ich habe mich für den Kundenservice entschieden, weil mir der Umgang mit Menschen leicht fällt und Spaß macht“, sagt Irem. Ihre Mitschülerin Kumba hatte den gleichen Job – allerdings mit umgekehrten Vorzeichen: „Mit Menschen zu kommunizieren fällt mir eher schwer. Jetzt üben wir das!“, sagt sie. Machkour und Metehan haben sich um das Thema Öffentlichkeitsarbeit gekümmert. Insgesamt 21 Schüler nahmen an dem Profilkurs teil, für den man sogar eine Bewerbung schreiben musste.
Die Nachfrage an der STS Wilhelmsburg ist jedesmal groß: Dieses Jahr hatten sich etwa 60 Achtklässler für „VeddelERleben“ beworben, von denen am Ende nur ein Drittel genommen werden konnte.

Dienstags steht „Firma“ auf dem Stundenplan

Vor sechs Jahren wurde die Schülerfirma „VeddelERleben“ an der STS Wilhelmsburg gegründet. Ziel ist es, die Schüler frühzeitig mit dem praktischen Arbeitsalltag in einem Unternehmen vertraut zu machen. Das Projekt fungiert gleichzeitig als Profilkurs, den die Schüler zu Beginn von Jahrgangsstufe 8 wählen können und der bis einschließlich Klassenstufe 10 läuft.
Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit der jugendlichen Teilnehmer sollen verbessert werden. In den Bereichen Kommunikation, Buchhaltung, Sport und Grafik gibt es regelmäßige Schulungen und Fortbildungen.
In erster Linie verwaltet und vermietet „VeddelERleben“ die Saga-eigene Sporthalle auf der Veddel, die von örtlichen Vereinen und Initiativen genutzt wird. Einmal pro Woche dienstags trifft sich die Klasse in einem extra für sie eingerichteten Büro in der Schule, um zu telefonieren, E-Mails zu schreiben und künftige Aktionen zu planen.
Im Januar werden die neuen „Firmenmitarbeiter“ von den aktuellen Zehntklässlern in die Arbeit eingewiesen. Das Projekt, das vom Jugendhilfeverein „Get the Kick“ und vom Quartiersentwickler „ProQuartier“ unterstützt wird, hat bereits mehrere Preise gewonnen.
❱❱ www.veddelerleben.de
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