Nur noch ein Schlecker für die Elbinsel

Macht am Sonnabend zu: die Schlecker-Filiale an der Georg-Wilhelm-Straße. (Foto: Ch. v. Savigny)

Insolvenz: Zwei Wilhelmsburger Filialen schließen am Wochenende

von CH. v. Savigny, Wilhelmsburg
Bei Schlecker am Kirchdorfer Damm herrscht dieser Tage schlechte Stimmung: „Ich find’s schade, dass der Laden zumacht“, sagt Anwohnerin Nurten Yakar. „Zuhause habe ich zwei kleine Kinder. Wenn ich jetzt im Notfall mal Windeln brauche, muss ich bis zum Marktkauf am S-Bahnhof laufen!“
Rund zwei Monate, nachdem der Drogeriekonzern Insolvenz angemeldet hat, steht nun fest, welche Filialen aufgegeben werden. Ausgerechnet Wilhelmsburg, flächenmäßig größter Hamburger Stadtteil, kommt dabei besonders schlecht weg: Nur einer der drei Verkaufsstandorte auf der Elbinsel bleibt laut Planung bestehen – die Filiale in der Veringstraße. Dagegen machen die Märkte am Kirchdorfer Damm und an der Georg-Wilhelm-Straße wohl endgültig dicht. Letzter Verkaufstag ist Sonnabend, 24. März. Von den 65 Filialen in der Hansestadt sind 28 von der Maßnahme betroffen, also knapp die Hälfte. Deutschlandweit sollen rund 2.000 Filialen geschlossen werden.
Allerdings: Gesichert ist der Konzern damit noch lange nicht. „Es kommt jetzt darauf an, ob ein Investor gefunden wird“, sagt Firmensprecher Konstantin Steinitz. Dieser soll der angeschlagenen Drogeriekette wieder auf die Beine helfen. Derzeit bemüht sich Schlecker in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft ver.di darum, eine Transfergesellschaft aufzubauen. Dort sollen möglichst viele der ehemaligen Mitarbeiter unterkommen. „Man ist bei Schlecker bestrebt und auch optimistisch, eine solche Transfergesellschaft errichten zu können“, berichtet Steinitz. Trotzdem, so muss der Sprecher einräumen, stehe „knapp die Hälfte“ der Mitarbeiter vor ihrer Entlassung. Weitere könnten folgen. „400 Filialen stehen auf der Revisionsliste, könnten also zusätzlich geschlossen werden“, so Steinitz. Um niemanden zu verunsichern, wolle man die betroffenen Standorte nicht veröffentlichen.
Ver.di-Sprecher Jörg-Dieter Bischke-Pergande nennt die
Diskussion um Schlecker ein „unwürdiges Gezerre“. Gewerkschaft und Betriebsräte seien gerade dabei, die Streichliste zu überprüfen. „Vielleicht kann man den einen oder anderen Markt ja doch noch retten“, so Bischke.
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