Laurens-Janssen-Haus muss dicht machen

Abdullah Deri (M.) und Karin Schenel (l.) haben im Laurens-Janssen-Haus einen Job gefunden und servieren ein „fliegendes Buffet“. Links im Bild: Achim Vehn, Betriebsleiter der Gastronomie. (Foto: Sabine Deh)

Wilhelmsburg: 50 Ein-Euro-Jobber stehen zum Jahresende auf der Straße

von Christoper von Savigny, Wilhelmsburg
Kompetente Hilfe, günstiges Essen, Ansprechpartner mit Zeit: All dies können die
Bewohner von Kirchdorf-Süd im Laurens-Janssen-Haus finden. Dort werden auch Langzeitarbeitslose beschäftigt und weiterqualifiziert. Weil nun alle sogenannten „Ein-Euro-Jobs“ gestrichen werden sollen, steht die Einrichtung vor dem Aus.
Anfang vergangener Woche haben die Mitarbeiter davon erfahren. „Wir sind schockiert“, sagt Birgit Veyhle, die Leiterin des Laurens-Janssen-Hauses. „Unserer Arbeit wird der Boden entzogen.“ Kurz zuvor hatten die Arbeitsagentur und das team.arbeit.hamburg über die Vergabe der Ein-Euro-Jobs in Hamburg für 2012 informiert. Die Kirchdorfer Einrichtung, die bislang 50 dieser speziellen Arbeitsgelegenheiten angeboten hatte, stand nicht auf der Liste. „Das bedeutet, dass wir schon im Dezember schließen und alles leer räumen müssten“, so Veyhle weiter. „Ich weiß im Moment gar nicht, was ich meinen Mitarbeitern sagen soll.“
Hintergrund für die Stellenstreichung ist eine Kürzung der Bundesmittel von 187 auf 134 Millionen Euro für dieses Jahr. Die Anzahl der in Hamburg verfügbaren Plätze ist damit von 6.500 (für 2011) auf rund 3.900 (für 2012) geschrumpft. „Warum welche Einrichtung aus der Förderung herausgefallen ist, kann man im Nachhinein nicht feststellen“, sagt Horst Weise, Pressesprecher von team.arbeit.
hamburg. Allerdings hätten sich einige Träger zu stark darauf verlassen, dass die Förderung in dem Maße bestehen bleibe. „Sie haben zu wenig dafür getan, dass ihre Beschäftigten den Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt finden“, kritisiert er. „Es reicht nicht, einfach nur ein soziales Projekt zu sein.“
Im Laurens-Janssen-Haus wehrt man sich gegen diese Vorwürfe. „Erst im Oktober haben zwei unserer Mitarbeiter einen regulären Job gefunden“, sagt Veyhle. „Trotz aller Schwierigkeiten schaffen wir es immer wieder, erfolgreich zu arbeiten.“ Das Haus verwaltet auch die Arbeitsgelegenheiten für den Kinderbauernhof: Sieben Plätze fallen dort zum Jahresende weg. „Dann haben wir nur noch unsere Ehrenamtlichen“, sagt Betriebsleiter Gerd Horn.
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