Kinder in Gefahr? Nein, sie sind nur laut!

Armando (li.), sein Cousin Slobodan (re.) und zwei Freunde genießen bei den sommerlichen Temperaturen ein kühlendes Bad im Ernst-August-Kanal. Foto: sl

Grundstücksbesitzer wird anonym angeschwärzt, weil er Kindern das Baden im Ernst-August-Kanal ermöglicht

Mit einem begeisterten Juchzen stürzen sich Ar-mando, Slobodan und Dennis ins Wasser. Die Kinder haben den Ernst-August-Kanal am Vogelhüttendeich für sich entdeckt und planschen ausgelassen zwischen blühenden Seerosen im Wasser. Die Kleinsten tragen Schwimmwesten, aufmerksam beobachtet von den Eltern, die am Ufer sitzen. Doch der sommerliche Spaß gefällt offenbar nicht jedem.
Das Wochenblatt erhielt eine anonyme e-Mail von einem Anwohner, dem das lustige Treiben ein Dorn im Auge ist. Der Schreiber behauptet, Anlieger Michael T.* würde sein Hofgrundstück als öffentliches Schwimmbad vermieten. Das sei nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich, da die Kinder mitten in der Fahrrinne der Barkassen schwimmen würden. „Die Kinder haben zwar Schwimmwes-ten an, können aber durch den Sog der Barkassen unter das Schiff geraten“, warnt der
anonyme Schreiber. Grundstücksbesitzer T. sei zudem aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, in einem Notfall die Kinder zu retten.
Konfrontiert mit den Vorwürfen, bricht Michael T. in genervtes Lachen aus. „Ich weiß, von wem dieser Brief kommt. Es ist absurd, weil die Dame immer wieder etwas findet, um zu meckern!“ Von Vermietung eines öffentlichen Schwimmbades könne absolut keine Rede sein. „Die Kinder, die hier baden, sind Nachbarn und Freunde. Die Eltern sind dabei und passen auf.“ Auch eine der anwesenden Mütter staunt über die Vorwürfe. Der meiste Schiffsverkehr komme von den Tretbooten. „Wenn tatsächlich mal eine Barkasse im Schne-ckentempo vorbeikommt, schwimmen die Kinder ans Ufer.“ Dieser Ort sei ein Paradies für Kinder.
Auch der Stadtteilpolizist aus dem Viertel kennt das anonyme Scheiben. „Wir haben die Mail auch bekommen“, sagt er. „Ich glaube, die Briefschreiberin ist einfach genervt von dem Kinderlärm. Es ist nicht verboten, hier zu baden, solange keine Gefahr für den Schiffsverkehr entsteht. Aber so viele Schiffe gibt es hier gar nicht. Überall an den Kanälen in Wilhelmsburg springen an diesen heißen Tagen Menschen ins Wasser, um sich abzukühlen!“
* Name der Redaktion bekannt
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