Für Fische wird die Luft dünn

Hier am Köhlbrand soll laut BUND die AKKE gebaggert haben. Doch HPA bestreitet das. Foto: ad
Seit rund einem Monat hat der Sauerstoffgehalt der Elbe einen besorgniserregend niedrigen Wert erreicht: drei Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser. Für die Fische wird die Luft dann buchstäblich dünn, ihnen droht der Tod. Der Naturschutzverband BUND hat der Hamburg Port Authority (HPA) nun vorgeworfen, den Sauerstoffgehalt der Süderelbe am Köhlbrand durch Baggerarbeiten noch weiter abzusenken.
Laut BUND war das Baggerschiff Akke mehrere Tage am Köhlbrand unterwegs, um Sediment umzulaggern. Seitdem seien die Trübungswerte gestiegen und damit die Sauerstoffwerte weiter gefallen. In sauerstoffkritischen Zeiten ist das Baggern verboten, unter anderem um ein Fischsterben zu verhindern. „Das ist auch der HPA bekannt“, schimpft Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND, „doch offenbar hat diese sich von den fachlichen Grundsätzen verabschiedet.“
HPA sieht die Sache gänzlich anders. Zwar habe Bagger Akke tatsächlich vier Tage gebaggert, aber nicht am Köhlbrand, sondern in der Süderelbe im Harburger Binnenhafen. „Dort wird Sand umgelagert“, erläutert Karin Lengenfelder, Sprecherin der HPA. In diesem Gebiet sieht das Flussbett ähnlich geriffelt aus wie ein Sandstrand, nur in größeren Dimensionen. Die 30 bis 40 Zentimeter hohen Spitzen müssen gekappt werden, um die Elbe dort schiffbar zu halten. Mit einem Injektionsgerät, ähnlich einer riesigen Spritze, würde der gekappte Sand in die kleinen Täler gepumpt.
Verantwortlich für die steigende Trübung und den sinkenden Sauerstoffgehalt des Elbwassers seien organische Stoffe, die sich im matschigen Grund der Elbe abgelagert hätten. „Wir wissen, dass der Sand dort, wo der Bagger Akke gearbeitet hat, keine organischen Stoffe enthält“, betont Lengenfelder.
Doch noch viel entscheidender ist der tatsächliche Standort der Baggerarbeiten, zwischen den Seehäfen Zwei und Vier in Harburg – laut HPA zwölf Kilometer entfernt von der Messstation am Seemannshöft, die die Werte erhoben hat. Verantwortlich für das Absinken des Sauerstoffs sind wohl eher der Starkregen und der Schiffsverkehr am Köhlbrand, mutmaßt HPA.
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