Fischessen im Wüsten-Ambiente

Sahara auf der Veddel: Bis Herbst 2017 wird die Tunnelstraße zur besseren Anbindung des Hafens ausgebaut. Foto: mg
Hamburg: Veddeler Fischgaststätte |

Die Prielstraße wird als Anbindung der östlichen Hafenroute ausgebaut – Veddeler Fischgaststätte bleibt erreichbar

Die Veddeler Fischgaststätte liegt in der Sahara. Wer im Garten Fischfilet isst, blickt auf einen hellen Sandhaufen, der neben dem ehemaligen Zollamt in der Sonne leuchtet. Es ist nicht zu übersehen: Zwischen Prielstraße und Tunnelstraße wird seit Anfang Juni gebaut. „Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis Herbst 2017 andauern“, sagt Sinje Pangritz, Sprecherin der Hamburg Port Authority (HPA).
Nach Aufhebung des Freihafens und dem bevorstehenden Abriss des Zollamtes an der Tunnelstraße können die Lkw nun ungehindert zum Hafen fahren. Die HPA baut daher die Anbindung der östlichen Hafenroute aus. Die Prielstraße wird vierspurig ausgebaut, die Straße Am Bahndamm bekommt jeweils zwei Fahrstreifen in beide Richtungen. Pangritz: „Die neue Trasse folgt im Wesentlichen der heutigen Straßenführung.“

Durch den Sand wird der Boden verdichtet

Der Weg zur Fischgaststätte, die in keinem Hamburg-Reiseführer mehr fehlen darf, ist ausgeschildert, aber für Touristen nicht leicht zu finden. Inhaberin Marion Göttsche hat das Geschäft von Gerd Matthes übernommen und die 45 Plätze durch einen kleinen Sommergarten erweitert.
Das Wüsten-Ambiente vor dem Garten wird nicht lange so bleiben. „Bei den Sandhaufen handelt es sich um eine sogenannte Vorbelastungsfläche, um den Untergrund in diesem Bereich zu verdichten“, sagt Pangritz.

Die Veddeler Fischgaststätte ist die älteste ihrer Art in Hamburg. Sie steht seit 1932 am traditionellen Standort in der Tunnelstraße.
Bei der Eröffnung durch Louis Matthes war die alte Veddel noch das Amüsierviertel, das mit 36 Kneipen als „Klein St. Pauli“ in Hafennähe galt. Die Nazis hatten aber 1938 mit dem Abriss der ersten Gebäude begonnen, ehe Bomber der Alliierten im Feuersturm von 1943 den Rest erledigten. 1992 wollte der damalige Wirtschaftssenator Hans-Jürgen Krupp (SPD) den Behelfsbau abreißen lassen, Die Veddeler sammelten 4.000 Unterschriften für den Erhalt der Fischbratküche, die Louis’ Sohn Gerd Matthes 1967 übernommen hatte. Der Druck aus der Bevölkerung und eine Petition an die Bürgerschaft zwangen Krupp zu einem Kompromiss. Seitdem liegt der Behelfsbau aus dem Zweiten Weltkrieg auf einer kleinen Insel im Lkw-Kreisverkehr. Umfahren von den Zugmaschinen, die Container transportieren. MG

❱❱ www.veddeler-fischgaststaette.de
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