Bezirk Mitte jetzt auf Facebook

So sieht die Facebook-Seite des Bezirks Mitte aus.

Behörde geht neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit – Interesse gering

Das weitverbreitete Vorurteile, Beamte seien Schnarchnasen, trifft zumindest im Bezirksamt Mitte nicht zu: Als erster Bezirk Hamburgs beschreitet man in der Öffentlichkeitsarbeit neue Wege und geht mit einer Facebookseite an den Start. „Man muss mit der Zeit gehen, und Facebook und andere soziale Netzwerke gehören für viele Menschen zur Kommunikation dazu“, erklärt Bezirksamtsleiter Markus Schreiber. Seit vier Wochen gehört der Bezirk Mitte jetzt schon zur Facebook-Gemeinde – doch offenbar interessiert das kaum jemanden.
Auf der „Pinwand“ der Facebookseite werden die neuesten Pressemitteilungen veröffentlicht. Jüngster Eintrag: Für den Fernsehturm gibt es einen potentiellen Investor. Jedes Facebook-Mitglied kann nun auf dieser „Pinwand“ Kommentare hinterlassen, Fragen stellen oder Meinungen äußern. „Das Projekt ist noch in der Testphase, und wir nehmen gerne Anregungen und Kritik auf,“ so Schreiber. Nur: Bis auf ein paar wenige Kommentare („Cosmo Groove gefällt das“) tut sich auf der Website kaum etwas.
„Ja, es wird in der Tat wenig gepostet“, räumt Bezirksamtssprecher Lars Schmidt-von Koss ein. Dennoch habe man nicht vor, die Seite wegen zu geringen Interesses gleich wieder offline zu setzten. „Im Gegenteil, wir werden versuchen, vielleicht eine Art Online-Bürgersprechstunde zu etablieren, bei der Herr Schreiber einmal im Monat Fragen beantwortet“, so Schmidt-von Koss.
Wer auf den Button „Veranstaltungen“ klickt, wird enttäuscht: „Diese Seite hat keine bestehenden Veranstaltungen“, heißt es da lapidar. Gibts in Mitte etwa keine erwähnenswerten Events? Der Behördensprecher nennt einen anderen Grund für die gähnende Leere: „Bei den Veranstaltungen sind wir erst einmal vorsichtig, ich möchte nicht, dass das Bezirksamt Hamburg-Mitte sich als ‘Facebookparty’ im Blätterwald wiederfindet“, so Schmidt-von Koss. Eventuell sollen Termine der Bezirksversammlung künftig dort angekündigt werden.
Der Steuerzahler muss übrigens nichts für die neue Spielerei hinblättern: „Die Facebookseite kostet den Bezirk nichts zusätzlich“, versichert Schmidt-von Koss, der allein dafür zuständig ist. „Gegebenenfalls auch abends von Zuhause aus.“
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