„Wir leben jenseits des Kaviar-Äquators“

Anwohnerin Karin Wulf (l.) und Beate Kral, Leiterin des Jugendzentrums „Kiebitz“, bereiten die nächste Sitzung des Quartiersbeirates vor. Der Beirat trifft sich auch in den Sommerferien.
Hamburg: Kiebitz |

In Iserbrook ist nicht alles rosig:Im Quartiersbeirat kümmern sich die Bewohner auch um versteckte Armut

Iserbrook - Die Iserbrooker sind auf Zack! Auch in den Sommerferien treffen sich engagierte Bürger im örtlichen Quartiersbeirat, um anstehende Probleme im Stadtteil anzupacken. Ob es darum geht, aus dem Heerbrook eine Einbahnstraße zu machen oder einen neuen Treffpunkt zu finden:Die Iserbrooker kennen „ihr“ Gebiet ganz genau und warten mit viel Sachkenntnis auf.
„Wer Lust hat, den Stadtteil mitzugestalten, ist hier im Quartiersbeirat willkommen“, lädt Karin Wulf ein. Derzeit sind knapp 20 Iserbrooker aktiv. „Wir setzen uns beispielsweise dafür ein, dass es einen Treffpunkt für alle Generationen vor Ort gibt. Man kann sich nur beim Bäcker treffen“, bedauert Wulf. Auch den Bau teurer Wohnungen und die nicht immer rosigen Lebensumstände hat der Beirat im Blick. „Wir leben hier jenseits des Kaviar-Äquators“, so Beater Kral, Leiterin des Jugendzentrums Kiebitz. Gemeint ist die Osdorfer Landstraße, die nördlich der eher wohlhabenden Stadtteile wie Blankenese, Dockenhuden und Nienstedten verläuft. „Hier gibt es auch versteckte Armut“, weiß Kral. „Deshalb versuchen wir, Hilfs- und Beratungsangebote einzurichten.“
Auch das Freizeitangebot für Kinder ist vor Ort dünn gesät. „Für Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren gibt es fast nichts“, so Kral. „Deshalb organisiert der Beirat auch Angebote wie die Bemalung der Garagenwand im „Katzenstieg“, so Kral.
Dass es in Iserbrook Probleme gibt, ist nicht neu. „In den vergangenen vier Jahren waren die Aktiviäten nur auf das Gebiet Am Botterbarg und Schenefelder Holt beschränkt“, erinnert sich Karin Wulf.
Nachdem die Förderung zu Jahresbeginn auslief, ergriffen Bewohner die Initiative und gründeten den Quartiersbeirat für ganz Iserbrook. Wer dabei sein möchte, kann ohne Anmeldung zu den Sitzungen kommen. Damit es keine Schieflage bei den Abstimmungen gibt, „ist man erst stimmberechtigt, wenn man dreimal hier war“, so Beate Kral.
Jeweils 5.000 Euro pro Jahr kann der Beirat aus dem Verfügungsfonds des Bezirksamtes in 2012 und 2013 ausgeben. „Mit dem Geld können ausschließlich Projekte aus dem Stadtteil finanziert oder bezuschusst werden“, so Kers-tin Godenschwege, Pressesprecherin des Bezirksamtes Altona.
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