Fast doppelt so viele Flüchtlinge nach Sülldorf

In der Mitte markiert: das neue Gelände für die öffentliche Unterbringung. Es grenzt an das bestehende Pavillondorf (rechts) und an das Krankenhausgelände (links). (Foto: pr)

Ab Januar 2014: zweite Unterkunft für 288 Menschen im Sieversstücken.

In der Straße Sieversstücken wird direkt angrenzend an das bestehende Pavillondorf ein zweites geplant. Damit wird sich die Zahl der öffentlichen Unterkünfte an diesem Standort knapp verdoppeln.
Das Flurstück 1178, eine 18.000 Quadratmeter große unbebaute landwirtschaftliche Fläche, gehört der Stadt. Es ist an einen Landwirt verpachtet, der hier Pferde hält. Das Grundstück grenzt an das bestehende Pavillondorf und an das Gelände des Asklepios Westklinikums.
Dem Landwirt wurde zum 31. Dezember gekündigt. Ab 1. Januar sollen auf dem Grundstück 13 doppelgeschossige Pavillons entstehen. In zwölf Häusern sind jeweils vier 67 bis 74 Quadratmeter große Dreizimmerwohnungen mit Küche und Bad geplant. Im letzten Haus werden Wasch- und Trockenräume, Gemeinschaftsräume sowie die Verwaltung untergebracht. Ein Pavillon fasst jeweils bis zu 24 Menschen. Insgesamt wird das neue Flüchtlingsdorf 288 Zuwanderern mit und ohne Familie Platz bieten.
Ein neuer Weg, der von der Straße Sieversstücken aus links am bestehenden Flüchtlingsdorf entlangführt, wird das neue Dorf erschließen. Betrieben wird es, wie alle öffentlichen Unterkünfte in Hamburg, vom Landesbetrieb Fördern und Wohnen. Die Maßnahme ist vorerst auf fünf Jahre geplant.
Sozialarbeiterin Helga Rodenbeck ist in der evangelischen Kirche am Markt in Blankenese für Flüchtlingsberatung zuständig und koordiniert die ehrenamtliche Hilfe für das Flüchtlingsdorf. Sie sieht die Lage gelassen: „Wir haben keine Bedenken, dass auch die neuen Flüchtlinge gut aufgenommen werden. Das ist mir wichtig, und ich bin sicher, dass es gelingt. Schon bevor wir konkret von dem neuen Dorf wussten, haben wir in einem Aufruf nach weiteren Freiwilligen gesucht, die dort helfen, und es haben sich viele gemeldet.“
Die Flüchtlingszahlen steigen weltweit, nach Deutschland kommen zurzeit rund 100.000 im Jahr. Die meisten Zuwanderer kommen aus den Gebieten der russischen Förderation, aus Afghanistan, Syrien, dem Iran, Pakistan und Irak. Hamburg ist verpflichtet, knapp 2.600 Flüchtlinge im Jahr aufzunehmen. Gleichzeitig muss die Stadt auch Menschen unterbringen, die obdach- und wohnungslos geworden sind.
Das „alte“ Pavillondorf Sieverssstücken bietet in 14 Häusern 324 Plätze.
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