Endlich: Erster Spatenstich Ende Mai

Unsere größte Schwierigkeit war es, die Menschen für diese Thematik zu öffnen“, sagt Clarita Loeck. (Foto: cvs)

Emmaus Hospiz in der Godeffroystraße kann ab 2016
bis zu zehn Sterbenskranke aufnehmen

Ch. v. Savigny, Blankenese

Seit knapp zehn Jahren kämpfen Clarita Loeck und ihre Vereinskollegen für den Bau eines Hospizes in Blankenese. Nun steht fest: Am 27. Mai dieses Jahres geht es endlich los.

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass sich unsere Bemühungen letzten Endes gelohnt haben“, sagt Loeck, Vorsitzende des Vereins Blankeneser Hospiz. Es sei in der Vergangenheit nicht immer einfach gewesen, die Verantwortlichen zu überzeugen. „Das Thema Tod ist ja bei uns nicht gerade gesellschaftsfähig.“
Ganz besonders freuen sich die Initiatoren darüber, dass mit der Godeffroystraße ein Grundstück mitten im Blankeneser Ortskern gefunden werden konnte. Das Haus, eine ehemalige Röntgenpraxis, steht unmittelbar hinter der Blankeneser Kirche am Markt – ein Umstand, der der christlichen Ausrichtung des Hospizes entgegenkommt. Ab Frühjahr 2016 sollen in der neuen, palliativen Einrichtung bis zu zehn sterbenskranke Hospizgäste unterkommen können. Zu dem Zweck wird das Bestandsgebäude umgebaut und mit einem Anbau komplettiert. Die im Obergeschoss des Altbaus ansässigen Ärzte, darunter praktischerweise ein Palliativmediziner, dürfen ihre Räume behalten. „Das Gefühl, notfalls einen Arzt in der Nähe zu haben, ist für unsere Gäste sehr beruhigend“, sagt Loeck.

Ein Großteil der Baukosten
wurde gespendet

3,8 Millionen Euro kostet der Bau, der den Namen Emmaus Hospiz tragen soll. Davon fehlen noch rund 800.000 Euro, die durch einen Bankenkredit vorfinanziert werden. Ein Großteil der Kosten kam durch Spendengelder zusammen – und das trotz der anfänglichen Skepsis, ein „Sterbehaus“ in ihre Mitte zu bekommen: So baten Brautleute und Geburtstagskinder um Spenden anstelle von Geschenken, ein nicht unerheblicher Betrag wurde außerdem bei Spendenläufen und Benefizkonzerten eingesammelt. Firmen und Privatpersonen spendeten in fünf- bis sechsstelliger Höhe.
„Es ist wirklich beeindruckend, mit wie viel Engagement und Fantasie die Menschen im Hamburger Westen ihr zukünftiges Hospiz unterstützen“, sagt Bernd Cloppenburg von der Hospizstiftung.
Nach seiner Fertigstellung will das Emmaus Hospiz nicht nur stationäre, sondern auch ambulante Hilfe anbieten. Im Januar hat der mittlerweile zehnte Kurs des Vereins für ehrenamtliche Sterbebegleiter begonnen. Die kostenlose Ausbildung dauert neun Monate. Interessenten können sich auf der Vereins-Webseite informieren:
❱❱ www.blankeneser-hospiz.de
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