Vorfahrt fürs Gewerbe in Stellingen

Das Areal zwischen A7, Volksparkstraße, Kieler Straße und Alter Volksparkstraße gilt schon seit den 1950er Jahren als Gewerbegebiet. Doch es gibt auch noch einige Wohnhäuser, wie hier am Kamerbalken. (Foto: rs)
Hamburg: Volksparkstraße |

Warum der Bezirk Eimsbüttel an der Volksparkstraße neue Regeln setzen will

Reinhard Schwarz, Stellingen
Ein paar Wohnhäuser, Gewerbebetriebe, ein Fitness-Studio – zwischen A7, Kieler Straße und Alter Volksparkstraße sieht alles ein bisschen zusammengewürfelt aus. Der Bezirk will in Zukunft hier nur noch Gewerbe zulassen – Mitarbeiter des Bezirksamts stellten die Pläne in Stellingen vor. Das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum nur noch Gewerbe?
Zukünftig soll das eigentliche Zentrum Stellingens am Sportplatzring sein. Dort, wo heute noch die Sportplätze liegen, sollen Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Die dortigen Sportplätze werden an die Vogt-Kölln-Straße verlegt.

Was ist der Anlass?
Jüngst machten Pläne für einen großen Lebensmittelmarkt auf der Fläche des kürzlich geschlossenen Elektronikhändlers Medimax (Kieler Straße) die Runde. Das will der Bezirk verhindern. „Da ist ein Riesenmarkt auf rund 3.500 Quadratmetern beantragt worden. Dieses Unternehmen würde Kaufkraft abziehen, das halten wir auch aus fachlicher Sicht für nicht sinnvoll“, erklärte Stadtplaner Kay Gätgens.

Was sagen Anwohner?

Manche sind skeptisch. So fragte ein Bürger, warum denn seit Kurzem an der Alten Volksparkstraße ein neuer Netto-Discounter steht, also ein Einzelhändler. Die Antwort blieben die Bezirksamtsmitarbeiter schuldig. Anwohner des Gebiets wollten zudem wissen, ob ihre Häuser einen Wertverlust erleiden würden, wenn das neue Planrecht gelte, und ob es dafür einen Anspruch auf Entschädigung gäbe. Die Antwort: „Wenn es zu einem Wertverlust kommt, können Sie Entschädigung verlangen.“ Allerdings blieb unklar, von wem.

Was wird aus den „Glaskästen“?
Sie sind Anwohnern seit Jahren ein Dorn im Auge: die sogenannten Glaskästen an der Kieler Straße, Bauten aus den 1960er Jahren. Zum Teil stehen sie leer oder es siedelten sich immer wieder Kneipen und Discos an, um die viele Stellinger lieber einen großen Bogen machten. Jetzt gibt es eine neue Entwicklung: In einen der beiden „Kästen“ zieht ein Antikmarkt ein. Die Renovierungsarbeiten laufen an, erklärte ein Mitarbeiter. Was mit dem anderen Glaskasten geschieht, ist unklar. Die beiden Glasbauten gehören allerdings nicht zum neuen Gewerbegebiet „Stellingen 67“.
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