Streit in Stellingen: Wiese oder Wohnungen?

Setzen sich für den Erhalt wertvollen Grüns in Stellingen ein: Klaus Rentel und Peggy Schulz vom Aktionskreis Spannskamp. Auf einer zentralen Wiese in dem Quartier will die Schiffszimmerer Genossenschaft Neubauten hochziehen.
Hamburg: Siedlung Spannskamp |

Siedlung Spannskamp: Genossenschaft will neu bauen, Bewohner sind dagegen

Gerade hat die Schiffszimmerer Genossenschaft den 50. Geburtstag der Siedlung am Spannskamp in Stellingen gefeiert – doch es gibt weiter Streit um geplante Neubauten.
Ein weitläufiges Gelände, viel Grün zwischen den Häusern: Es ist eine Art Parkanlage zum Wohnen im östlichen Bereich des Spannskamps. Rundherum sind Schrebergärten. „Das war einmal die Vorzeigesiedlung der Schiffszimmerer, doch jetzt wird sie zerstört“, sagt Genossenschaftsmitglied Klaus Rentel. Er und andere engagierte Bewohner sehen den Charme der Wohnanlage in Gefahr.
Das ist geplant: Auf der größten Freifläche, einer Wiese zwischen den Hochhäusern Spannskamp 30 und 32, sollen zwei neue Gebäude entstehen, mit Fahrstuhl und Tiefgarage. Ein Stück weiter ist noch ein Neubau vorgesehen. Insgesamt müssen etwa 30 Bäume gefällt werden, ein Kinderspielplatz wird weichen. 72 bis 84 neue Wohnungen sollen entstehen – davon etwa 30 Prozent günstige, öffentlich geförderte Einheiten. Die Genossenschaft will moderne, barrierefreie Wohnungen schaffen – etliche Mitglieder, darunter auch langjährige Spannskamp-Bewohner, seien auf der Suche danach, heißt es.
Während der Vorstand der Genossenschaft die Neubaupläne für eine maßvolle ergänzende Bebauung des Quartiers hält, bedeuten sie für den Aktionskreis Spannskamp „das Ende der Siedlung“. „Diese Gegend ist durch Autobahn, Hauptverkehrsstraßen und Flughafen so stark belastet – und dann soll uns noch die letzte grüne Fläche genommen werden“, kritisiert Rentel. Man könnte auch sagen: Dringend nötiger Wohnungsbau und der Kampf um wertvolles Grün prallen hier aufeinander wie kaum woanders in Eimsbüttel.
Der Vorstand treibt – auch gegen die Widerstände von Bewohnern – seine Pläne voran. Aktuell liegt dem Bezirksamt Eimsbüttel eine Bauanfrage vor. Entschieden ist laut Amt noch nichts.

Chronologie des Konflikts


Juni 2012: Diskussion eines neuen Bebaungsplans für das Quartier Spannskamp. Im Gespräch waren massive An- und Neubauten mit bis 250 neuen Wohnungen. Bewohner der Siedlung fühlen sich von ihrer Genossenschaft übergangen und sind einhellig dagegen. Es gründet sich der Aktionskreis Spannskamp.
Oktober 2012: Nach der massiven Kritik an den Plänen des Bezirksamts und dem Vorgehen der Schiffszimmerer-Genossenschaft legt die Bezirkspolitik den neuen Bebauungsplan vorerst auf Eis.
Juni 2013: Die Schiffszimmer-Genossenschat speckt ihre Pläne ab – es sollen etwa 80 Wohnungen in drei Neubauten auf einer zentralen Grünfläche entstehen. Beim Bezirksamt Eimsbüttel wird eine Bauvoranfrage gestellt. Hintergrund: An sich lässt der gültige Bebaungsplan keine weiteren Neubauten zu, es soll nun eine Ausnahmeregelung geben.
August/September 2014: Es wird offenbar Ernst: Wohnungs-Eigentümer werden um Stellungnahmen zu den geplanten Neubauten gebeten, manche legen Widerspruch ein. Ob und unter welchen Bedingungen die Neubauten genehmigt werden, ist offen.

Sagen Sie uns Ihre Meinung!


Wiese oder Wohnungen: Wofür sind Sie?
Schreiben Sie uns eine E-Mail oder hinterlassen Sie hier auf der Hompage einen Kommentar!
E-Mail: post@wochenblatt-redaktion.de
Betreff: Spannskamp
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
6
Anne Baum aus Stellingen | 12.09.2014 | 14:59  
6
Iris Grimm aus Stellingen | 15.09.2014 | 17:37  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.