Stellinger wollen Tempo 30

Jörg Behnke, Meiko Bellmann, Linus, Tim und Ellen Ludwig (v.l.) sowie Bezirkspolitiker Ali Mir Agha (hinten) setzen sich für Tempo 30 am Basselweg ein. Im Januar wurde der jüngste Anlauf von der Verkehrsbehörde abgelehnt, die Bürger wollen das so nicht hinnehmen.
Hamburg: Basselweg |

Ein Tempolimit am Basselweg wird seit Jahren gefordert - doch es gleicht einem Kampf gegen Windmühlen

Ein Tempolimit für mehr Sicherheit in Wohngebieten - nach dem tödlichen Unfall an der Bundesstraße bekommt diese Forderung an vielen Ecken neuen Schwung. Doch es ist schwer, das gegen die Verkehrsbehörde durchzusetzen. Ein Beispiel aus Stellingen.

Was wird gefordert?
Bürger und Bezirkspolitik sind für eine Tempo 30-Regelung im gesamten Basselweg – also zwischen Kieler Straße und Wördemanns Weg. Tausende Autos nutzen diese Strecke täglich als Alternative zur Kieler Straße. Das Argument der Befürworter: Ein Tempolimit verringert die Wahrscheinlichkeit und Schwere von Unfällen. Wer langsamer fährt, kommt schneller zum Stehen.

Was sind die Sorgen von Anwohnern?
Anwohner sorgen sich um die Sicherheit von Kindern und Fußgängern. Im Umfeld des Basselwegs liegen die Oberstufe der Stadtteilschule Stellingen und die Grundschule Wegenkamp – hunderte Kinder und Jugendliche sind hier auf dem Weg zur Schule. „Hier im nördlichen Abschnitt beobachten wir immer wieder Beinahe-Unfälle. An der Kreuzung Sportplatzring/Basselweg halten die Autos kurz an, dann geben sie Gas, um die Ampel an der nächsten Kreuzung zu kriegen“, sagt Anwohner Jörg Behnke.

Was sagt die Verkehrsbehörde?
Tempo 30 wurde bisher stets abgelehnt, weil der Basselweg als wichtige Nord-Süd-Achse gilt. Da viele umliegende Straßen nur mit 30 Stundenkilometern befahren werden dürfen, solle zumindest eine Straße im Viertel freie Fahrt mit Tempo 50 bieten. Weiteres Argument: Der 281-Bus fährt auf dem nördlichen Abschnitt und dürfe da nicht gebremst werden. Zuletzt lehnte die Behörde im Januar den jüngsten Vorstoß der Bezirkspolitik für Tempo 30 ab.

Lässt sich da noch was ändern?
Schwer zu sagen. Die örtliche Polizei ist an sich aufgeschlossen gegenüber Tempo 30. Aber laut Wilfried Wulff vom Kommissariat Koppelstraße gibt es keine ausreichenden Gründe dafür. „Wir müssen vieles mit einbeziehen: Die Unfalllage, die Gefahrenlage, der Bus muss zügig durchkommen.“ Insgesamt gebe es weder eine Häufung von Unfällen, noch führen Autos deutlich zu schnell am Basselweg. Heißt: Aus Sicht der Polizei ist es dort nicht gefährlich, es wird nicht gerast. Anwohner wie Behnke haben da eine andere Sicht: „Viele Autofahrer sind hier recht schnell unterwegs.“

Unterschreiben
Wer Tempo 30 im Basselweg unterstützen will, findet Unterschriftenlisten im Blumenladen Sonnenblume, Hagenbeckallee 2/Ecke Basselweg.

Kontakt zu Initiator Jörg Behnke: 553 36 32, E-Mail: Behnke65@me.com
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