Stellinger klagen gegen A7-Ausbau

Ihnen reicht es jetzt: Anwohner des Imbekstiegs klagen gegen den Ausbau der A7 auf ihren Grundstücken. Von rechts: Barbara Lercara, Violetta Filipszky, Giorgio Lercara, Suzanna und Zvonko Kovacevic. (Foto: rs)
 
Wohnen an der Autobahn: Am Imbekstieg in Stellingen stehen Häuser so dicht an der A7 wie nirgendwo sonst - ein Großteil der Anrainer will verkaufen, fühlt sich von der Stadt aber hingehalten.
Hamburg: Imbekstieg |

„Unzumutbare Bedingungen“: Bewohner des Imbekstiegs fordern von der Stadt angemessene Entschädigungen

Christiane Brylla und 26 weiteren Anwohnern des Imbekstiegs reicht es: Sie klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den Ausbau der A 7 und den „Deckel“ in Stellingen. Die Anrainer ringen seit Jahren mit der Stadt um einen Komplettabkauf ihrer Grundstücke, vermissen aber bis heute klare Angebote der Behörden. Die Klage ist nun gewissermaßen das letzte Druckmittel – es wird deswegen ein Teil der Planungen aufgeschoben. Mit ersten Bauarbeiten kann dennoch begonnen werden (siehe Kasten).
Darum geht es: Die Grundstücke auf der östlichen Seite des Imbekstiegs grenzen direkt an die Autobahn an. Die Bewohner leider unter massivem Lärm, während der etwa vierjährigen Bauzeit soll es noch schlimmer werden: Ein Teil der Gärten wird für die Baustelle beansprucht, wenn die Anrainer nicht mitspielen, wird zwangsenteignet. „Trotz einer sechs Meter hohen Lärmschutzmauer werden gesetzliche Grenzwerte überschritten, zudem werden unsere Häuser zu 100 Prozent verschattet“, so Brylla, Sprecherin der Anwohnerinitiative am Imbekstieg. „Die Bedingungen, unter denen wir in der Bauphase leben werden, sind weder zumutbar noch menschlich vertretbar.“
Die Initiative mit ihren 27 Klägern vertritt den Großteil der Hausbesitzer am östlichen Imbekstieg – insgesamt 38 Grundstücke sind von der anstehenden Verbreiterung der Autobahn und dem Bau des Tunnels („Deckel“) betroffen. „Uns geht es nicht darum, den Deckel zu verhindern. Aber wir wollen ein angemessenes Angebot der Stadt für die Beeinträchtigungen, unter denen wir leben müssen“, so Brylla.
Helma Krstanoski, Sprecherin der Verkehrsbehörde, erklärt: „Wir sind rechtlich dazu verpflichtet, den Eingriff in das Eigentum der Anwohner so gering wie möglich zu halten. Ein Komplett-Abkauf der Häuser/Grundstücke könnte nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Das scheidet aber aus, weil nicht alle Betroffenen verkaufen wollen. Ein Wert-Gutachten für die Grundstücke/Häuser wurde von Seiten der Anwohner nicht anerkannt.“ Es sei ein neues Gutachten beauftragt worden, das Ergebnis steht noch aus. Von Gesprächen und Verhandlungen ist bisher noch keine Rede.
Eimsbütteler Politiker forderten immer wieder, dass die Stadt den Anwohnern mehr entgegen kommen muss. „Es wäre guter Stil, den Betroffenen faire Angebote für Alternativen zu machen, anstatt ihnen ,Partikularinteressen’ zu unterstellen. Offensichtlich kennt der Senat die Realität nicht – oder er missachtet sie fahrlässig“, sagt zum Beispiel die GAL-Bürgerschaftsabegordnete Stefanie von Berg aus Eimsbüttel.

Wird der Bau gestoppt?


Die Klage der Anwohner richtet sich gegen den sogenannten Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der A 7 und den dazugehörigen Deckel in Stellingen. Konkret verhindern können die Anrainer den Bau jedoch nicht. Die Klage habe keine aufschiebende Wirkung. Das bestätigt auch das Bundesverwaltungsgericht. Der Schritt der Anwohner ist ein Druckmittel, um die Stadt zu Verhandlungen zu bewegen.
Die Verkehrsbehörde geht nun in zwei Schritten vor: Die Bauarbeiten im Stellinger Tunnelabschnitt - zwischen Kieler Straße und Güterumgehungsbahn - werden ausgesetzt. Damit soll ohnehin erst 2015 begonnen werden. Für die übrigen Arbeiten - etwa den Abriss und Neubau der Langenfelder Brücke – geht es wie geplant weiter. Damit soll im Frühjahr begonnen werden.
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1 Kommentar
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Fran Kee aus Eimsbüttel | 04.02.2014 | 18:13  
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